Stadt will trotz Kritik im Vorfeld und knapper Kassen Sicherheit für Radfahrer auf Brücken erhöhen

Kassel: Trotz knapper Kassen weiter Geld für höhere Geländer

Aufgestockt: Das Geländer an der Fuldabrücke wurde zum Schutz der Radfahrer bereits aufgestockt. Weitere Brücken sollen folgen. Archivfoto: Herzog

Kassel. Trotz knapper Kassen will die Stadt auch in diesem Jahr weitere Brückengeländer im Stadtgebiet aufstocken oder ersetzen, um die Sicherheit für Radfahrer zu erhöhen.

Laut Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos) sind allein 17 000 Euro für die Straßenbrücke über die B 83 in Höhe Fuldaaue veranschlagt, weitere 50 000 Euro für die Brücke über die IC-Strecke an der Kohlenstraße, die im Zuge der Sanierung ein neues Geländer erhält. Auf die Geländerhöhe von 1,30 Meter gebracht werden soll zudem die Holzbrücke an der Regattawiese. Dafür liegt laut Lohse noch keine Kostenschätzung vor. Die Ausgaben werden aus dem laufenden Etat des Straßenverkehrsamts finanziert.

Zwölf Geländer erhöht

Vor zwei Jahren hatte die Stadt damit begonnen, die ersten zwölf von 54 Brückengeländern aufzustocken. Die Gesamtkosten waren damals mit 500 000 Euro veranschlagt. Dies hatte angesichts der hohen Verschuldung der Stadt zu massiver Kritik geführt und das Kasseler Regierungspräsidium (RP) auf den Plan gerufen. Aus Sicht des RP handelte es sich um nicht zwingende Investitionen. Als sich das RP einschaltete, waren bereits über 100 000 Euro verbaut.

Die Stadt gab ein juristisches Gutachten in Auftrag, das ihre Rechtsauffassung bestätigte. Der Gutachter sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kommune verpflichtet sei, auch den Bestand zu sichern. Die Geländerhöhe von 1,30 Meter sei nicht nur für neue Brücken erforderlich.

Laut Lohse hat die Stadt nach der Ermahnung des RP, angesichts der schwierigen Finanzlage strengste Maßstäbe anzulegen, ihre Kriterien für die Erhöhung der Brückengeländer überarbeitet.

Die mögliche Absturzhöhe und der Zufahrtswinkel der Radfahrer auf die Brücke spielten dabei ebenso eine Rolle wie das Verkehrsaufkommen. Ein weiterer Gesichtspunkt sei das Gefahrenpotenzial unter der Brücke, ob dort zum Beispiel eine Autobahn oder Schienen verliefen oder eine Wiese sei. Das Amt für Straßenverkehr und Tiefbau habe an vielen Stellen auch Abhilfe schaffen können, sagt Lohse, indem Radwege verlegt wurden. Wo dies nicht möglich sei, würden Schilder weiterhin vor den zu niedrigen Brückengeländern warnen. Nach Angaben des Kasseler Baudezernenten will die Stadt in den nächsten vier bis fünf Jahren die Geländer an 15 weiteren Brücken erhöhen. Geschätzte Kosten: 150 000 bis 200 000 Euro.

Von Ellen Schwaab

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