Ein gelungenes Experiment: Blüten verzaubern Stadt

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Kassel. Es ist ein besonderer Feldversuch, der zurzeit viele Kasseler glücklich stimmt. An 13 unterschiedlichen Standorten in der Stadt hat das Umwelt- und Gartenamt im Frühjahr Blumensamenmischungen ausgesät.

Jetzt, nach vielen Tagen mit Regen und Wärme, entfalten sie ihre Blüten: unzählige bunte Sommerblumen, ob blaue Kornblumen, roter Klatschmohn oder gelbe Ringelblumen. Sie gedeihen in Baumscheiben an der Breitscheidstraße ebenso wie an der Tramtrasse nach Vellmar an der Holländischen Straße.

Bereits im vergangenen Jahr waren auf einigen städtischen Flächen - zum Teil in Absprache mit der KVG, wenn es sich um Tramtrassen handelte - Sommerblumen ausgesät worden. „In diesem Jahr habe wir experimentiert und bewusst Flächen mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit und in verschiedenen Lagen ausgesucht“, sagt Gartenamtsleiterin Regula-Maria Ohlmeier. Entstanden seien nicht nur Augenweiden, sondern „hochwertige ökologische Flächen“.

Streublumen verzaubern Kassel

Auch unterschiedlich zusammengesetzte Samenmischungen probiere man aus. Neben dem bekannten „Mössinger Sommer“ (siehe Information links) sind es der farbenprächtige „Eschweger Blütenzauber“ mit Ringelblume und Salbei, der „Wehretaler Sommertraum“ mit Sonnenhut und Schmuckkörbchen und die „Blumenwiese Werratal“ mit besonders nektarreichen einheimischen Wildkräutern. Neben dem hohen ökologischen Nutzen dieser Blühflächen, wo sich Insekten tummeln, zauberten die im Stadtbild unerwarteten Blumenwiesen vielen Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht, sagt Ohlmeier.

Regula-Maria Ohlmeier

„Wir haben selten so eine positive Resonanz auf unsere Arbeit bekommen.“ Sie weist darauf hin, dass auch die Stadtverordneten die Aussaat von Sommerblumen-Mischungen gefordert hatten. Hintergrund ist die bedrohte Artenvielfalt, der in Einhalt geboten werden soll. „Inzwischen ist es sogar so, dass in den Städten mehr Vielfalt herrscht als in manchen ländlichen Regionen“, sagt Ohlmeier.

Die Kosten für den Samen, der auf insgesamt 3000 Quadratmetern gesät wurde, liegen bei etwa 1400 Euro. Der Pflegeaufwand ist geringer als der von Grünstreifen, weil nur einmal, nach dem Abblühen, abgemäht werden muss. Erst nach dem Abtrocknen werde die Mahd entfernt, damit die Samen herausfallen und sich die Pflanzen aussäen können.

Auf den Probeflächen soll nun beobachtet werden, welche Pflanzen sich durchsetzen und im nächsten Jahr wiederkommen und wie viel Pflege tatsächlich nötig ist. 2013, zur 1100-Jahr-Feier, könnte es sein, dass noch mehr Sommerblumen im Stadtbild blühen, verrät Ohlmeier.

Von Christina Hein

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