Gemeinden: Leitung darf Entwicklung nicht behindern

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Mitten durch den Ort: Die bestehende 380 000-Volt-Leitung führt über Wohnhäuser im Quellenweg in Lohfelden. Eine Initiative von Bürgern um Vedat Kahya (Bild) kämpft um eine Verlegung der Leitung. Auch die Gemeinde ist für eine Verlagerung der Hochspannungsleitung aus dem Ort.

Das sind die Wünsche der Gemeinden zur Stromtrasse: Kaufungen möchte sich eine Erweiterung des Gewerbegebiets Papierfabrik offenhalten und dort keine weiteren Strommasten haben.

„Da wollen wir unseren Spielraum nutzen“, sagte Markus Lieberknecht von der Netzfirma Tennet. In einem Korridor von 600 bis 1000 Meter sei dies möglich.

Für Lohfelden steht das Thema Bündelung der Trassen im Vordergrund. Um ein Zusammenwachsen der Ortsteile Lohfelden und Vollmarshausen zu ermöglichen, wünscht sich die Gemeinde eine Herausverlegung der vorhandenen Hochspannungsleitungen (380 kV und 110 kV) aus dem Ort und eine Bündelung mit der geplanten 380 kV-Leitung, die um Vollmarshausen herumführen wird.

Festlegen will sich Tennet da nicht. Die beiden 380 kV-Leitungen könne man nicht auf einem Mast platzieren, sagte der Tennet-Mann. Zum einen aus Platzgründen, denn jede der 380 kV-Trassen besteht aus sechs stromführenden Seilen (zwei Systeme à drei Seile), insgesamt müssten also zwölf Seile untergebracht werden. Zum anderen auch aus versorgungstechnischen Gründen. Denn man sei bestrebt, Ersatzmöglichkeiten zu haben, falls mal eine Leitung oder ein Mast ausfällt. Es bleibe also nur, die beiden 380 kV-Leitungen parallel um den Ort herumzuführen. „Wir prüfen das, aber das ist ein Kostenfaktor“, sagte Lieberknecht. Wer dafür aufkommen muss und ob es von der Bundesnetzagentur akzeptiert würde, ist offen.

Technisch möglich sei, so Lieberknecht, die 380 kV- und die 110 kV-Leitung auf einem Mast zu vereinen. Das könne Tennet aber nicht alleine entscheiden, denn die 110 kV-Leitung wird von der Bahn betrieben, sagte Lieberknecht.

Niestetal will Erdkabel

Die Gemeinde Niestetal hat laut Gemeindesprecher Dennis Bachmann gegenüber Tennet deutlich gemacht, dass die neue Leitung das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg nicht einschränken darf. Außerdem wünscht die Gemeinde, dass die existierenden Hochspannungsleitungen in Sandershausen abgebaut und unterirdisch verlegt werden. (hog)

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