Gemeinsam anpacken

Neue Helfer absolvierten Grundausbildung beim THW

Benjamin Röhrig vom Technischen Hilfswerk an Einsatzfahrzeug.
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Trägt jetzt vermehrt dunkelblaue Kleidung: Benjamin Röhrig hat die Grundausbildung beim Technischen Hilfswerk erfolgreich abgeschlossen und ist nun bereit für seinen ersten Einsatz.

Das Technische Hilfswerk (THW) sucht immer wieder ehrenamtliche Helfer, die im Notfall mit anpacken. Zwei dieser Helfer sind Nina Rosenthal und Benjamin Röhrig. Beide haben zuletzt ihre Grundausbildung abgeschlossen – und sind nun bereit für ihren ersten Einsatz.

Kassel – Als sich Benjamin Röhrig 2019 das erste Mal beim Technischen Hilfswerk umgeschaut hat, ist er noch in lässiger Freizeitkleidung über das Gelände an der Knorrstraße marschiert. Ein Jahr später ist der 29-Jährige komplett in Dunkelblau gehüllt, einige neongelbe Leuchtstreifen zieren seinen Körper, auf den Oberarmen prangt die schwarz-rot-goldene Deutschland-Flagge. Röhrig trägt jetzt Uniform.

Seit September ist er ehrenamtlicher Helfer beim THW, hat zuvor mit Freundin Nina Rosenthal die Grundausbildung abgeschlossen. Röhrig erklärt: „Ich bin eingetreten und wollte Nina sofort überzeugen, auch beim THW mitzumachen.“ Mit Erfolg. „Ich hatte schon immer den großen Wunsch, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Deshalb musste er gar nicht so viel Überzeugungsarbeit leisten“, erzählt die 25-Jährige und lacht.

Egal, ob bei Sturm, Hochwasser oder in der Corona-Pandemie: Im Notfall wird das Paar alarmiert und packt mit an. „Wir wissen, worauf wir uns eingelassen haben und wollen Leuten helfen, die in eine Notsituation geraten sind“, sagen sie.

Auch Nina Rosenthal hat die Grundausbildung beim THW erfolgreich abgeschlossen.

Doch warum ausgerechnet beim THW? „Wir waren auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit, die sich gut mit unseren Berufen vereinbaren lässt“, erklärt Röhrig. Denn: Wenn sich die beiden nicht als freiwillige Helfer engagieren, sind sie auf den Schienen zuhause. Röhrig ist Ausbildungslokführer bei der Deutschen Bahn, Freundin Nina arbeitet als Lokführerin bei Cantus – Jobs, die viel Zeit erfordern und in denen beide nicht immer sofort am Einsatzort sein können.

Eine Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr oder dem Rettungsdienst sei für das Paar nicht in Frage gekommen. „Nein, das hätte nicht zu uns gepasst. Das THW bietet optimale Bedingungen. Das Spektrum an Aufgaben ist besonders groß. Wer wissbegierig und offen für Neues ist, der findet seinen Platz“, sagt Röhrig. Allerdings: Freunde, die sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren, hätten bereits ein wenig über seine neue Tätigkeit gewitzelt. „Ich denke, das war humorvoller Neid“, sagt er und lacht.

Ausbildung beim THW: Teamfähigkeit und handwerkliches Geschick sind gefragt

Die Grundausbildung haben die Kasseler aufgrund der Corona-Pandemie innerhalb einer Woche absolviert – Prüfung inklusive. Normalerweise werden die Lehrinhalte sonst über das gesamte Jahr hinweg vermittelt. Jetzt blieben nur wenige Tage für 60 Stunden Ausbildung. Röhrig: „Das war natürlich anstrengend, aber ich fühle mich dennoch sehr gut vorbereitet auf das, was da kommt.“

Sicherlich sei es nützlich, als Helfer teamfähig zu sein, auch handwerkliches Geschick sei praktisch. „Da hilft es natürlich, dass ich schon mal einen Nagel in die Wand gehauen habe“, sagt Röhrig schmunzelnd.

Noch warten die neuen Helfer auf ihren ersten Einsatz. Aber: „Wenn es so weit ist, sind wir bereit“, beteuert Röhrig. Dann trägt er die dunkelblaue Uniform erstmals im Ernstfall – und nicht nur auf dem THW-Gelände. (Von Pascal Spindler)

Mitmachen beim THW

Die nächste Grundausbildung des THW soll noch im Oktober starten. Interessierte senden eine Mail an poststelle.rst_homberg@thw.de oder melden sich direkt bei ihrem nächsten Ortsverband. „Wenn jemand erst im November mit der Ausbildung beginnen kann, dann finden wir eine Lösung“, sagt Tobias Walter, Ausbildungsbeauftragter beim THW. Wer im aktiven Dienst mitmachen möchte, sollte mindestens 18 Jahre alt sein, über entsprechende Impfungen verfügen sowie sich von einem Betriebsarzt auf seine Tauglichkeit untersuchen lassen. „Diese Dinge kann man aber auch noch während der Grundausbildung erledigen“, erklärt Walter. Interessierte sollten für die Ausbildung etwa ein halbes Jahr lang einige Stunden pro Woche einplanen. Am Ende der Grundausbildung können die neuen Helfer gemeinsam mit ihrem Ortsverband entscheiden, ob sie sich in eine bestimmte Richtung spezialisieren wollen. Die Ausbildung ist ebenso kostenlos wie die Sicherheits- und Einsatzbekleidung, die jeder Helfer erhält. 

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