Koordinationsstelle der Uni verbindet Studieren mit gesellschaftlichem Engagement

Kassel. Lernen und Gutes tun – das will die Uni Kassel künftig vermehrt unter einen Hut bringen. Das Stichwort heißt Service Learning (dienendes Lernen). Das ist eine Lehrmethode, die Inhalte aus dem Studium mit gesellschaftlichem Engagement verbindet.

Die Studierenden werden also über das Lernen hinaus in der Praxis tätig und bringen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten fürs Gemeinwohl ein, erklärt Imke-Marie Badur.

Die 38-Jährige leitet die neu eingerichtete Koordinationsstelle Service Learning. Die Uni Kassel hatte sich bei dem bundesweiten Wettbewerb „Mehr als Forschung und Lehre“ durchgesetzt und 200.000 Euro Förderung für das Projekt bekommen.

Die Kulturpädagogin Badur hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr Dozenten dafür zu gewinnen, Service-Learning-Projekte anzubieten und damit zugleich die Praxisorientierung zu verbessern. Um Angebot und Bedarf abzustimmen, arbeitet die Uni mit den Praxispartnern Freiwilligenzentrum Kassel und Liga der freien Wohlfahrtspflege Kassel zusammen. Die Felder des gesellschaftlichen Engagements könnten beispielsweise im sozialen, kulturellen, sportlichen oder Umwelt-Bereich liegen, sagt Badur.

Einige Beispiele von Service Learning gibt es bereits an der Hochschule: Im „Projekt K“ begleiten Lehramtsstudenten Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Im Fachbereich Architektur erarbeiten Studierende in einem Wettbewerb Vorschläge für barrierefreies Bauen. Und in den Politikwissenschaften werden bei „Kassel Assel“ kommunale Nachrichten von Kindern aufbereitet. Auch in anderen Fachbereichen, wo gesellschaftliches Engagement womöglich nicht so nahe liegend ist, sollen Projekte entstehen.

Beratung für Dozenten

So könnten Wirtschaftswissenschaftler Marketingkonzepte für gemeinnützige Organisationen entwickeln oder Wirtschaftsinformatiker Handy-Apps für soziale Zwecke. Die Koordinationsstelle berät Dozenten gern beim Entwickeln und Umsetzen von Service-Learning-Veranstaltungen. Sie hilft, Schnittpunkte zu finden zwischen den Lehrinhalten des Fachs und dem Bedarf gemeinnütziger Einrichtungen

Voraussetzung ist, dass das Projekt im Curriculum verankert ist. So profitieren davon sowohl die Studierenden, die ihr erworbenes Wissen vertiefen, als auch die Gesellschaft vom kostenlosen Einsatz der angehenden Akademiker. (rud)

Kontakt: Imke-Marie Badur, Tel. 0561/804 7469. www.uni-kassel.de/go/service-learning

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