Unterschriften-Aktion

Georg-Stock-Platz: Bürger fordern Umwandlung in einen öffentlichen Platz

Sammeln Unterschriften, weil sie sich um die Zukunft des Georg-Stock-Platzes sorgen: Sigrid Buley und Klaus Fischbach stehen vor der gesperrten Fläche. Foto:  Pflüger-Scherb

Wehlheiden. 250 Unterschriften haben sie bereits auf der Wehlheider Kirmes gesammelt. Sigrid Buley, Detlef Manke und Klaus Fischbach sind Bürger aus Wehlheiden, die sich dafür einsetzen, dass der Georg-Stock-Platz als Platz erhalten bleibt.

Viele Menschen im Stadtteil hätten die Befürchtung, dass die Stadt das Grundstück verkaufen könnte, wenn es erst einmal auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht und mögliche Bomben entschärft worden sind. Dieses Gerücht kursiere seit Wochen im Stadtteil, sagt Buley.

Sie und ihre Mitstreiter halten es allerdings für sehr wichtig, dass der Platz als solcher erhalten bleibt, da er zum Stadtteilbild gehört und ein wichtiger Treffpunkt ist.

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Die Bürger, die nach der Kirmes ihre Unterschriftenliste bei Geschäftsleuten auslegen wollen, sind zudem über den Verlauf der letzten Ortsbeiratssitzung irritiert. Dort wurde der Antrag von Klaus Hansmann, den Stock-Platz von einer (derzeitigen) zivilrechtlichen Liegenschaft der Stadt Kassel in einen öffentlich rechtlichen Platz umzuwidmen, vertagt.

Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) will Gerüchten über den Verkauf der Fläche nicht zu viel Bedeutung beimessen. „Von keiner Seite ist bisher die Frage Verkauf aufgeworfen worden – außer von Laufgerüchten in Wehlheiden selbst“, sagt Sprafke. Zudem weist er daraufhin, dass nicht die Stadt die Suche nach Blindgängern in Gang gesetzt habe. „Das ist von uns, vom Ortsbeirat provoziert worden“, sagt Sprafke. Das Stadtteilgremium hatte den Wunsch, eine Treppe vom Platz zur Schönfelder Straße zu bauen. In diesem Zusammenhang sei im Ortsbeirat die Frage der Bombenbelastung des Platzes aufgetaucht. Ursache für die Untersuchung sei also nicht eine Verkaufsabsicht für den Platz, sondern die Sicherheitsfrage im Zusammenhang mit dem Treppenbau gewesen. Der Platz sei für Wehlheiden sehr wichtig, sagt Sprafke. „Für uns hat er solch einen Stellenwert wie für Bad Wilhelmshöhe und Harleshausen die Freibäder.“

Norbert Sprafke

Allerdings dürften die Kosten nicht unterschätzt werden. Kosteten die Untersuchung und Entschärfung tatsächlich 500.000 Euro, müsse man bei den knappen Mitteln der Stadt tatsächlich die Frage stellen, was aus dem Georg-Stock-Platz werden könne, sagt Sprafke. Eine „menschenfreundliche Gestaltung des Platzes“ würde zusätzlich sicherlich weitere 500.000 Euro kosten.

Mittel beantragen

Wie es mit dem Platz weitergeht, könne man derzeit bei der Stadt noch nicht beantworten. „Wir müssen erst einmal die Haushaltsmittel beantragen, um den Platz weiter systematisch untersuchen zu können“, sagt Sprecherin Petra Bohnenkamp. Allein für die Kampfmittelbeseitigung sei mit voraussichtlich 150.000 Euro zu rechnen. Was die Untersuchung tatsächlich ans Tageslicht bringt, weiß derzeit niemand. Fest stehe nur, dass der Platz auf keinem Fall für die Wehlheider Kirmes 2015 zur Verfügung stehe, sagt Bohnenkamp. (use)

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