Geplanter Affenwald will Frielendorf mit aktivem Artenschutz als touristischen Standort aufwerten 

Beitrag zum Schutz bedrohter Arten
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Beitrag zum Schutz bedrohter Arten

In der Freizeitanlage rund um die Bobbahn am Silbersee in Frielendorf plant das Unternehmen ALMA Erlebnispark ein Freigelände für Berberaffen und Lemuren. Das geplante Projekt sorgt unter anderem aufgrund von im Umlauf befindlicher Fehlinformationen für viel Unruhe in der Region. Deshalb möchten die Betreiber die Gelegenheit nutzen, den Bürgerinnen und Bürgern ihre Pläne und Hintergrundinformationen rund um das Vorhaben darzulegen, damit sie sich ein umfassendes Bild von dem Projekt – und welche Chancen es für die Gemeinde birgt – machen können. 

Zoos und Wildparks sind für viele Menschen attraktive Ausflugsziele: Die Besucherzahlen von Zoos sind seit dem Jahr 2015 kontinuierlich gestiegen, laut einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2020 stehen vier von fünf Befragten Tierparks positiv gegenüber. Vor diesem Hintergrund sieht der Betreiber in dem Projekt einen zeitgemäßen und nachhaltigen Impuls für den touristischen Standort Frielendorf. Damit werde die Gemeinde, ohne dass für sie Kosten entstehen, touristisch aufgewertet und von zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen profitieren. All das komme letztlich auch den Einwohnerinnen und Einwohnern der Region zugute. Beim Bau könnten erhebliche Teile der bereits vorhandenen Infrastruktur genutzt werden und der Wald bliebe ebenfalls erhalten.

Die Unternehmerfamilie Görge, die hinter dem ALMA Erlebnispark steht, betreibt bereits seit über zwei Jahrzehnten mit großem Erfolg zwei weitere vergleichbare Anlagen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, die in der Branche einen exzellenten Ruf haben. In beiden Parks gibt es natürlich auch regelmäßig Nachwuchs, was unter anderem als Zeichen für die guten Lebensbedingungen der Tiere verstanden werden kann. Aus dem Erlebnispark Straußberg (Thüringen) wurden in der Vergangenheit sogar schon Kattas an den Tierpark Sababurg weitergegeben, um diesen bei den eigenen Zuchtbemühungen zu unterstützen. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung rechnet die Familie mit einer sehr guten Entwicklung des Projekts in Frielendorf. 

Falschinformationen und Fakten

In einer vor Kurzem gestarteten Online-Petition werden einige Aussagen verbreitet, die den tatsächlichen Gegebenheiten widersprechen. Dabei wird auf verschiedene Aspekte des Vorhabens wie Baumaßnahmen, Tierwohl und Lautstärke eingegangen, die nicht wie dargestellt den Plänen des ALMA Erlebnisparks entsprechen.

Tatsächlich ist geplant, die Bestandsvegetation möglichst vollständig zu erhalten, da sie den Tieren einen abwechslungsreichen Lebensraum bieten soll und die Baumkronen als Schlafquartiere für die Berberaffen genutzt werden sollen. Erforderliche Eingriffe wären lediglich ein Zaun um das Gelände und die Errichtung weniger einfacher Holzgebäude als Nachtquartier für die Kattas sowie für die Futterküche. In Bezug auf den Wildpark Knüll spricht der Petiteur außerdem von einer Konkurrenzsituation. Die Familie Görge sieht im Gegenteil in der Nähe beider Einrichtungen die Chance wertvoller Synergieeffekte etwa durch gemeinsame Marketingmaßnahmen. Zudem begreift sich die Unternehmerfamilie auch keinesfalls als „auswärtiger Investor“, als der sie bezeichnet wird, und hebt hervor, dass sich ein Projekt wie der Affenwald finanziell selbst trage und auf keinerlei finanzielle Förderung oder Subvention angewiesen sei. 

Beitrag zum Schutz bedrohter Arten

Auch die geäußerten Vorwürfe fehlender Nachhaltigkeit sind für die Unternehmerfamilie nicht nachvollziehbar. Aufgrund menschengemachter Eingriffe in die Natur sind immer mehr Tiere auf der Erde vom Aussterben bedroht. So stehen unter anderem die Berberaffen, die im „Affenwald Silbersee“ ein Zuhause finden sollen auf der Liste bedrohter Tierarten. Die Familie betont, dass alle ihre Tiere in den eigenen Einrichtungen geboren wurden oder aus befreundeten Zoos, Parks oder Primatenzentren stammen. In der öffentlichen Wahrnehmung sei womöglich der fehlerhafte Eindruck entstanden, es sollten Wildtiere für das Projekt eingefangen werden, so die Betreiberfamilie. Die beiden anderen bestehenden Parks tragen bereits seit 25 Jahren dazu bei, bedrohte Tierarten zu erhalten. Ein Ziel ist es, die Öffentlichkeit, insbesondere Kinder und Jugendliche für den Schutz dieser Tiere zu sensibilisieren, indem sie sie in einem natürlichen Habitat erleben können – ohne Glasscheibe, die die Tiere einschränkt.

Artgerechte Haltung ohne Störung für die Nachbarn

In puncto Tierwohl hebt Familie Görge hervor, dass es in einer zoologischen Anlage keine artgerechtere Haltung als die in einer großen bewaldeten Freifläche ohne jeden Käfig geben kann. Und genau eine solche Unterbringung ist geplant. Der durch ein Gutachten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft definierte Platzbedarf der Tiere würde am Silbersee sogar um das Fünfzigfache überschritten. Das großzügige Gelände sorgt mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und mehreren auf der Fläche verteilten Futterstationen für die Erhaltung der natürlichen Sozialstrukturen der Affen. „Das Gelände wird bewusst so gestaltet, dass sich die Tiere in Stresssituationen temporär aus dem Weg gehen können“ so Andreas Görge, Geschäftsführer des ALMA Erlebnisparks. In den beiden bestehenden Einrichtungen bestehen seit Jahrzehnten stabile soziale Strukturen. Verhaltensauffälligkeiten, wie sie aus nicht artgerechter Haltung resultieren können, sind dort überhaupt kein Thema. Die Zusammenstellung der neuen Affengruppen für den geplanten Park erfolgt aus dem eigenen Bestand und profitiert von dieser jahrelangen Erfahrung.

Besonders aktuell ist auch das gesundheitliche Risiko, das von den Tieren für Besucher ausgehen könnte – ein wichtiges Thema. Eine mögliche Gefährdung wird im Park durch strenge Hygiene bei der Futterzubereitung und den geringen Kontakt zu den Affen minimiert. “Die Tierpfleger behandeln alle Affen als Wildtiere und haben keinen direkten Kontakt,“ erklärt Dr. Dieter Minnemann. Der promovierte Zoologe ist Experte für Verhaltensforschung und seit vielen Jahren Berater der Familie Görge. „Die von uns seit Jahrzehnten, wie vom Gesetzgeber vorgegeben, verfassten Jahresberichte über die Entwicklung und den Zustand des Affenbestandes in den jeweiligen Einrichtungen weisen in keinem einzigen Fall infektiöse Erkrankungen auf.” Zudem sei es keineswegs der Regelfall, dass die Besucher in direkten Kontakt mit den Tieren träten, vielmehr handele es sich dabei um für Zeitungen oder Fernsehen bewusst gestellte oder von Besuchern mit verstecktem Futter provozierte Szenen. Generell gilt in den Parks der Familie Görge – Füttern und Anfassen verboten!

Ein weiterer Punkt für die Bevölkerung ist die mögliche Geräuschkulisse, die durch die Affen entstehen könnte. Doch aufgrund des Wesens und der Haltungsvoraussetzungen der ausgewählten Affenarten, ist von den Tieren nach den Erfahrungen der Betreiber keine Störung zu erwarten. 

Gewinn für die Region 

Vor dem Hintergrund all dieser Fakten fasst Andreas Görge zusammen: „Wir möchten mit dem Affenwald als außergewöhnliche Attraktion für die ganze Familie die Erlebniswelt Silbersee maßgeblich bereichern. Unser Projekt wäre ein Alleinstellungsmerkmal und somit ein echter Gewinn für die Region. Es verbindet auf erlebnisorientierte Weise sanften Tourismus mit aktivem Artenschutz und stärkt so das Bewusstsein für dieses wichtige Thema.“

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