Ministerin: Weinberg oder Fuldaufer?

Penone-Baum: Gerangel um den Standort

Kassel. Noch am Samstag hatte Ministerpräsident Volker Bouffier beim Neujahrsempfang der Stadt Kassel versehentlich applaudiert, als Oberbürgermeister Bertram Hilgen sich erneut für den Verbleib des Penone-Baums in der Karlsaue aussprach.

Wenige Tage später lässt Kühne-Hörmann jetzt eine Pressemitteilung verbreiten, in der sie die Position, dass der Bronzebaum nicht dauerhaft in der Aue bleiben kann, bekräftigt. Darin wird MHK-Chef Bernd Küster zitiert: „Ein zeitgenössisches Kunstwerk wäre ein erheblicher Fremdkörper in dem (...) barocken Erscheinungsbild der Anlage.“ Ausnahmen könne man nicht zulassen, hatte Küster schon in der Vergangenheit argumentiert, sonst sei die historische Karlsaue irgendwann nur noch ein Stadtpark mit Skulpturen. Nicht für Kassel gemacht Ministerin Kühne-Hörmann bringt jetzt den Weinberg und das Fuldaufer als alternative Standorte für das Kunstwerk ins Spiel. Sie betonte, dass der Bronzebaum von dem Künstler nicht für einen bestimmten Standort angefertigt worden sei. Schließlich habe Giuseppe Penone die Skulptur 2008 für die Kunst-Biennale in Sydney geschaffen. Kühne Hörmann wies darauf hin, dass die Nutzung der Karlsaue für die documenta vertraglich auf den Zeitraum zwischen 10. Juni bis 31. Oktober 2012 begrenzt war. „Insofern ist die Verlängerung der Aufstellung des Penone-Baum bis zur Festlegung eines endgültigen Standorts bereits ein Entgegenkommen der MHK“, sagte Kühne-Hörmann. Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) hält weiterhin an der Karlsaue als dauerhaftem Standort für das Kunstwerk fest. Er habe vor, in einem Brief an den Ministerpräsidenten nochmals für das Anliegen zu werben. Der Standort, den Giuseppe Penone ausgesucht habe, sei der bestmögliche für das Kunstwerk, sagte Hilgen. „Es fügt sich genial in die Auelandschaft ein.“

Er wisse, dass dieser Ansicht auch viele Kasseler und insbesondere die Menschen seien, die mit ihren Spenden den Kauf des Kunstwerks ermöglicht hatten. An der Aktion, bei der 70.000 Euro zusammenkamen, hatten sich 560 Spender beteiligt. Solange es kein endgültiges Nein zum Standort Karlsaue vom Land gebe, wolle er nicht über alternative Standorte nachdenken, sagte Hilgen. Wenn man sich auf die Suche nach einem neuen Platz für den Bronzebaum machen müsse, werde das in enger Abstimmung mit dem Künstler passieren. Ein Umzug auf den Weinberg wäre in diesem Jahr ungünstig: Dort beginnen die Bauarbeiten für die Grimm-Welt. Für den neuen Standort des Grimm-Museums hatte zudem bereits Ai Weiwei, Star der documenta 12, zugesagt, ein Kunstwerk zu schaffen.

Fotos: Beliebt in Kassel: Der Penone-Baum in der Aue

Beliebt in Kassel: Der Penone-Baum in der Aue

Rubriklistenbild: © Fischer/HNA

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