Manschetten, Bandagen, Ummantelungen: Sie verpacken Schwachstellen

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Bandagen als Brandschutz: Bernd Lehmhus überprüft die Manschetten, mit denen die Rohrleitungen eingepackt werden, damit bei einem Brand das Feuer dort aufgehalten wird.

Kassel. Gerd Lippmann ist ein Verpackungsexperte. Mit seiner Firma für technische Isolierungen dämmt er Rohre und Leitungen, Kessel, Silos und Maschinen.

Damit keine Wärme oder Kälte verloren geht, damit sich im Brandfall ein Feuer nicht ausbreiten kann oder um Lärm zu reduzieren. Sogar Schutzmäntel für Getreidesilos des Kasseler Herstellers Vettertec hat Lippmanns Firma schon gebaut. „Die Temperatur im Inneren der Silos muss konstant sein, damit das Getreide nicht verklumpt“, erklärt der 54-Jährige. Die riesigen Kornsilos und Trockenanlagen mit der Spezialisolierung seien weltweit im Einsatz, sagt Lippmann nicht ohne Stolz. Die Arbeit des Firmenchefs und seiner zehn Mitarbeiter steckt aber vor allem in der Region: nämlich in Bürogebäuden, Schulen und Krankenhäusern. Der Betrieb, der seine Werkstatt in Harleshausen und sein Büro am Jungfernkopf hat, ist auf baulichen Brandschutz spezialisiert. Eine Gefahrenquelle im Brandfall sind vor allem Leitungen, weiß Lippmann. „Wer denkt, ein Steinhaus könnte nicht brennen, der denkt nicht an die Installationen im Gebäude“. Denn Rohre und elektrische Leitungen können auch Feuer und Rauch von einem in den nächsten Gebäudeteil transportieren – und so die Ausbreitung eines Brandes beschleunigen. Mit speziellen Bandagen, die dort angebracht werden, wo Rohre in der Wand oder im Boden schwinden, sorgen die Fachleute vor. Im Fall eines Feuers quillt das Material der Schutzmanschetten auf und verschließt den Hohlraum für Qualm und Flammen, erklärt Lippmann. Der stark wachsende Bedarf an Elektronik und EDV, deren Kabel über die Etagen verlaufen, sorgen dafür, dass es auch in Bestandsgebäuden viel für die Brandschutz-Isolierer zu tun gibt. Im besten Fall bleibe seine Arbeit ohne direkte Funktion, sagt Gerd Lippmann. „Im Erstfall hilft sie aber, Leben zu retten und in Betrieben hohe Sachschäden oder Produktionsausfälle zu verhindern.“

Die Dämmung von Heizungsrohren hingegen bringe dem jeweiligen Eigentümer einen unmittelbaren Effekt. Mit Mineralwollschalen und Blechmantel verkleidet, wird der Wärme- und damit der Energieverlust so gering wie möglich gehalten. „Das spart nicht nur Geld, sondern ist auch aktiver Umweltschutz“, sagt Lippmann. Bei Kältedämmungen, etwa für Kühlleitungen der Klimaanlage, gelte es zudem zu verhindern, dass sich durch das Temperaturgefälle Kondenswasser an kühlen Rohren bildet. Der Reiz bei der Arbeit sei, sich immer wieder auf neue bauliche Gegebenheiten einzustellen und passende Lösungen zu finden, sagt Lippmann. „08/15 gibt es nicht.“

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