1936: Erste Testflüge mit legendärem Storch

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1936: Erste Testflüge mit legendärem Storch

Kassel. Als Kunstflugweltmeister hatte Gerhard Fieseler schon viele spektakuläre Manöver gemacht. Doch so extrem steil wie an diesem 10. Mai 1936 hatte er noch nie ein Flugzeug hochgezogen.

Der Testflug war die Geburtsstunde des legendären Fieseler Storch. „Ich dachte, mir bleibt das Herz stehen“,

Serie über die Fliegerei in Kassel

Am Donnerstag, 4. April, wird der neue Flughafen Kassel-Calden eröffnet. Bis dahin erinnern wir in einer siebenteiligen Serie an Flugpioniere und die Vorläufer des heutigen Flugbetriebes vom Kasseler Forst über Waldau bis Calden.

kommentierte einer seiner Mitarbeiter den waghalsigen Flug. Es sollte nicht der letzte bleiben.

Damals war Fieseler im Wettbewerb mit anderen Flugzeugbauern wie Focke-Wulf und den Bayerischen Flugzeugwerken. Sie alle wollten den Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums haben. Gesucht wurde ein Flugzeug, das fast überall starten und landen konnte.

Dem Storch reichten bei Gegenwind 30-50 Meter Startbahn zum Abheben, zum Landen brauchte er nur 20 Meter.

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Fieseler holte den Auftrag, der Teil der nationalsozialistischen Aufrüstung für den Krieg war, nach Kassel. Der Storch war in erster Linie als Aufklärungs- und Beobachtungsflugzeug für die Luftwaffe vorgesehen und erhielt von den Militärs den Beinamen fliegender Feldherrenhügel. Bis Kriegsende wurden 2900 Maschinen dieses Typs gebaut.

Die Karriere von Gerhard Fieseler als Firmenchef war Ende 1943 beendet. Die immer höher geschraubten Produktionsziele der Nazi-Führung hatten die Fieseler Werke nicht erreicht.

Zwei spektakuläre Aktionen trugen zum bis heute legendären Ruf des Fieseler Storch bei:

1.:Am 12. September 1943 befreite ein deutsches Kommandounternehmen den gestürzten italienischen Diktator Mussolini aus einem Berghotel, in dem er gefangen gehalten wurde. Vom Bergrücken des Gran Sasso d’Italia floh Mussolini an Bord eines Fieseler Storch.

2.: Für weltweite Aufmerksamkeit sorgten die Störche bei der als Dakota-Rettung bekannt gewordenen Hilfsaktion in den Schweizer Bergen. Auf dem Gauligletscher hatte im November 1946 eine Dakota der US-Armee eine Bruchlandung hingelegt. Trotz mehrerer Anläufe konnten die Amerikaner die Verunglückten nicht retten. Das gelang erst der Schweizer Luftwaffe mit dem Fieseler Storch.

Von Thomas Siemon

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