Es geht um 600 Kilo Drogen 

Gericht: Sechs Angeklagte und zwölf Zentnern Marihuana

Prozessauftakt: Die 5. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verhandelt gegen sechs Drogenhändler. Im Bild die Anwaltsbank mit den Rechtsanwälten (von links) Trump, Schanz, Pfeiffer und Euler. Insgesamt sind bei dem Verfahren elf Strafverteidiger im Einsatz. Foto: Malmus

Kassel. Ein großer Prozess um Drogenschmuggel aus Albanien hat am Dienstag vor dem Kasseler Landgericht begonnen. Angeklagt sind insgesamt sechs Männer aus Lohfelden, Offenbach, Bad Soden-Salmünster und Albanien.

Ihnen wird vorgeworfen, an einem als Weinlieferung getarnten Import von 600 Kilogramm Marihuana mitgewirkt zu haben. Die illegale Ware soll im November 2012 mit einem Sattelschlepper über Griechenland und Österreich nach Deutschland gebracht worden sein, heißt es in der Anklage. In Thüringen habe das Marihuana zwischengelagert werden sollen. Doch vor Ankunft an der vorgesehenen Lagerhalle griff die Polizei zu. In dem Lastwagen seien auf 15 Paletten über 600 Weinkartons mit Drogen gefunden worden. Dem Polizeieinsatz waren monatelange Ermittlungen vorausgegangen.

Dem 48-jährigen Mann aus Offenbach wird nun vorgeworfen, die Großlieferung Marihuana im Sommer 2012 in Albanien bestellt zu haben. Der 49-jährige, in Albanien geborene Lohfeldener soll die Verhandlungen für den Deal geführt haben.

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Die drei Angeklagten aus Albanien sollen die Abwicklung des Geschäfts und den Transport überwacht haben. Unterwegs soll der Sattelschlepper einen Zwischenstopp in Lohfelden gemacht haben. Als die Polizei im thüringischen Buhla zugriff, soll auch der aus Österreich stammende sechste Angeklagte angetroffen worden sein. Er habe direkt nach der Lieferung zehn Kilogramm Rauschgift zum Weiterverkauf erhalten sollen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor.

Der große Sitzungssaal des Kasseler Landgerichts ist mit den Prozessbeteiligten gut gefüllt. Zum Verhandlungsauftakt wurden die sechs Angeklagten von insgesamt zehn Verteidigern und einer Verteidigerin vertreten. Drei Dolmetscher waren aufgeboten, um für sie zu übersetzen. Da mehrere Angeklagte in Untersuchungshaft sitzen, waren zudem acht Justizwachtmeister im Saal im Einsatz.

Damit sich Verteidiger, Angeklagte und Staatsanwalt an den kommenden Verhandlungstagen kein großes Gedrängel vor dem Richtertisch liefern müssen, wenn Dokumente in Augenschein genommen werden sollen, will das Gericht das Material mit einem Beamer an die Wand werfen lassen.

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Am Dienstag wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Ob die sechs Angeklagten zu den Vorwürfen aussagen wollen, soll sich beim nächsten Termin am kommenden Montag, 23. September, zeigen. Insgesamt sind 14 Verhandlungstage angesetzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind 26 Zeugen geladen. (kaj)

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