Mietvertrag für Räume am Ständeplatz gekündigt - EKK will Gebäude selbst nutzen

Gericht sucht neue Bleibe

Schluss fürs Arbeitsgericht am Ständeplatz: Weil der Mietvertrag für das Gebäude an der Ecke Fünffensterstraße von der EKK gekündigt wurde, muss das Gericht im nächsten Februar umziehen. Das Land Hessen sucht jetzt dringend nach einem neuen Standort. Foto:  Fischer

Kassel. Die Richter und weiteren Mitarbeiter am Kasseler Arbeitsgericht müssen bald Kisten packen: Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten am Ständeplatz sind zu Ende Februar 2015 gekündigt worden. Jetzt sucht das Hessische Immobilienmanagement (HI) nach einer neuen Bleibe für das Arbeitsgericht.

Vermieter des Eckhauses Ständeplatz/Fünffensterstraße, in dem sich das Arbeitsgericht seit rund 20 Jahren befindet, ist die Evangelische Kreditgenossenschaft (EKK). Sie will das Gebäude umfangreich renovieren und danach selbst nutzen, erläutert Sprecherin Dr. Franziska Nocke auf Anfrage der HNA. Unter anderem sei die Fassade sanierungsbedürftig. „Dabei sind so substanzielle Eingriffe geplant, dass während der Umbauzeit keine Vermietung möglich sein wird.“

Nach der Modernisierung will die EKK, die ihren Hauptsitz nebenan an der Garde-duCorps-Straße unterhält, das Eckgebäude am Ständeplatz selbst beziehen. Dort sollen Abteilungen zusammengeführt werden, die derzeit an verschiedenen Stellen in Kassel untergebracht sind. Ziel sei es, so Nocke, den zentralen Unternehmensstandort zu stärken.

Auch Sushi-Restaurant

Bis Ende 2015 müssen die Mieter, darunter auch das Sushi-Restaurant und ein privater Mieter, ausziehen. Weil der Mietvertrag für das Arbeitsgericht jeweils jahresweise bis Februar läuft, wurde er bereits jetzt gekündigt. Eine monatsweise Verlängerung bis zum Jahresende 2015 ist laut EKK aber grundsätzlich möglich.

Das Hessische Immobilienmanagement (HI) muss bis dahin Ersatz beschaffen. Am derzeitigen Standort nimmt das Arbeitsgericht auf vier Etagen 8000 Quadratmeter ein. Derzeit erörtere man, welche Voraussetzungen ein neuer Standort mitbringen müsse, sagte HI-Sprecherin Ate Plies. Wenn die Rahmenbedingungen geklärt seien, „starten wir intensiv die Flächensuche“. Noch habe man keine bestimmten Immobilien im Auge.

Zentrale Lage gewünscht

„Wir wünschen uns natürlich, dass es wieder an zentraler Stelle in der Innenstadt sein wird“, sagte Wolfgang Leinweber, Pressesprecher des Arbeitsgerichts. Das sei nicht zuletzt für die Prozessbeteiligten und Anwälte günstig. Zudem hoffe man, dass auch den angestellten Mitarbeitern weiterhin Einzelzimmer zur Verfügung stehen werden.

Am Arbeitsgericht sind neun Richter, drei Rechtspfleger und 18 Angestellte beschäftigt. Wichtig sei auch, dass ausreichend große Sitzungssäle vorhanden seien, sagt Leinweber, da zu manchen Verhandlungen viele Zuschauer kämen.

Warum der Mietvertrag für das Gericht am Ständeplatz immer nur jahresweise verlängert wurde, konnte das HI gestern nicht beantworten. In der Regel, so die Sprecherin, schließe man für Büroräume Mietverträge mit einer Laufzeit von fünf Jahren ab.

Von Katja Rudolph

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