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Gesamtschule für Kassels Norden bekommt Gesicht

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Von: Christina Hein

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Die Pläne von Architekturbüro ATELIER 30  für die neue Gesamtschule Nord+, die als Ersatz für die Hegelsbergschule entsteht.
Großzügig: Licht und Luft dominieren den Eingangsbereich der neuen Gesamtschule Nord+, die als Ersatz für die Hegelsbergschule entsteht. © Architekturbüro ATELIER 30 / Fischer Creutzig

Das Kasseler Architekturbüro Atelier 30 stellt Entwurf für das neue Schulzentrum in der Nordstadt vor.

Kassel – Beeindruckend sind die Pläne für das Schulzentrum in Nord-Holland, das in den nächsten drei Jahren von der städtischen Entwicklungsgesellschaft GWGpro an der Fiedlerstraße realisiert wird. Den Architekturwettbewerb hat jetzt das Kasseler Büro Atelier 30 für sich entschieden. Nach deren Plänen zeigt die neue „Gesamtschule Nord+“ ihren besonderen Charakter schon beim Betreten des Gebäudes: Hinter dem Eingang spannt sich über einem zentralen Forum eine Glaskonstruktion und schafft einen lichtdurchfluteter Raum. Die Schule ist räumlich in vier Flügeln organisiert. Man betritt die Schule und kommt im Zentrum zusammen, um dann je nach pädagogischen Bedürfnissen in die unterschiedlichen Flügel abzubiegen.


Die Pläne von Architekturbüro ATELIER 30 für die neue Gesamtschule Nord+, die als Ersatz für die Hegelsbergschule entsteht.
Außenansicht: Die Pläne von Architekturbüro ATELIER 30 für die neue Gesamtschule Nord+, die als Ersatz für die Hegelsbergschule entsteht. © Architekturbüro ATELIER 30 / Fischer Creutzig

Oberbürgermeister Christian Geselle bezeichnete die Pläne als „architektonisches Highlight. Wir wollen Kinder und Jugendliche fördern und ihnen bestmögliche Lebenschancen geben. Darum haben wir uns für eine Schule entschieden, die schon durch ihre Architektur Zukunft lehrt“, sagte er zu der Juryentscheidung. Der Entwurf des Architekturbüros Atelier 30 verbinde sich „auf ideale Weise mit dem pädagogischen Konzept der Schule Hegelsberg“. Er passe zu den Zielen, die im Vorfeld des Wettbewerbs durch das Büro Schneidermeyer mit der Schule, den Eltern, Schülern und Stadtteilvertretern formuliert worden waren.

Die Gesamtschule Nord+ wird auf dem 16 000 Quadratmeter großen ehemaligen Grundstück der Firma Louis Scheuch an der Fiedlerstraße, in direkter Nachbarschaft zum Nordstadtpark gebaut. Hier entsteht ein Neubau für die 1200 Schülerinnen und Schüler der Hegelsbergschule. Auf dem Gelände befinden sich künftig der Neubau für die sechszügig aufgestockte Gesamtschule, eine dreizügige Grundstufe, eine Zwei-Felder-Sporthalle sowie eine Stadtteilbibliothek. Die Stadt als Bauherr investiert hier über ihre Immobilien GmbH & Co KG einen Betrag im „höheren zweistelligen Millionenbereich“, so Geselle.

Auch die benachbarte Elisabeth-Knipping-Schule mit 2400 Schülern ist Bestandteil des Schulbauprogramms.

Damit das Ergebnis des Wettbewerbs auch den Bedürfnissen der Schüler gerecht wird, erprobte die Stadt in dem Wettbewerbsverfahren ein neues Beteiligungskonzept. Live wurde während des laufenden Preisgerichts mit Schülervertretern über die Entwürfe diskutiert und deren Perspektive an die Jurymitglieder weitergegeben. Der gewählte Entwurf zählt auch zu den Favoriten der Schülerschaft. Im Wettbewerb wurde auch die Frage geklärt, wie sich das gesamte Gelände zwischen Fiedlerstraße und Eisenschmiede entwickeln kann. Der sogenannte „freiraumplanerische Realisierungswettbewerb“ brachte aus Sicht von Stadtbaurat Christof Nolda „spannende Ergebnisse“.

Es gebe einen Strauß an Möglichkeiten, wie sich das Gelände langfristig entwickeln könne. Schon bald solle mit dem Bau der Gesamtschule Nord+ begonnen werden.

Hintergrund

Die Hegelsbergschule ist eine von sieben Schulen, die in den nächsten Jahren über die GWGpro saniert oder ganz neu gebaut werden sollen. Dies sind außerdem die Gesamtschulen Offene Schule Waldau, die den Auftakt mit einer konkreten Planung gemacht hat, die Georg-August-Zinn-Schule, und Johann-Amos-Comenius-Schule, die berufliche Elisabeth-Knipping-Schule sowie das Wilhelms- und Friedrichsgymnasium. Bis zum Bezug der neuen Gebäude besuchen die Hegelsbergschüler weiter ihr altes Schulgebäude aus den 1970er-Jahren, Quellhofstraße 140, das danach abgerissen werden soll.

Information

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Matthias Sauerbruch aus Berlin hatte mit großer Mehrheit für den Entwurf des Teams Atelier 30 Architekten aus Kassel gestimmt. Es hatte mit dem Landschaftsarchitekturbüro weihrauch + fischer aus Solingen sowie dem Stadtplanungsbüro rheinflügel severin aus Düsseldorf am Wettbewerb teilgenommen. Die preisgekrönten Wettbewerbsarbeiten sind bis 19. September im Rathaus Kassel, Ebene A2 (gegenüber Bürgersaal) ausgestellt. Ab 21. September sind sie in der Schule Hegelsberg zu sehen.

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