Bei Handykauf auf Mann eingeprügelt: Täter verurteilt

Kassel. „Da hat sich etwas aufgeschaukelt“, fasste Richterin Schiborr den Fall mit wenigen Worten zusammen, mit dem sie sich am Amtsgericht befassen musste. Ein Handy, das ein 41-Jähriger für 20 Euro verkaufen wollte, hatte im Februar vergangenen Jahres einen heftigen Streit ausgelöst.

An dessen Ende trug der  Mann einen Gesichtsschädelbruch, eine Jochbeinfraktur sowie Hämatome davon. Ein 31-Jähriger und ein 38-Jähriger aus Hofgeismar, die ihn damals mit Schlägen und Tritten misshandelten, kassierten vor dem Amtsgericht eine Haft- und eine Bewährungsstrafe.

„Ich war arbeitslos, hatte kein Geld“, berichtete der 41-Jährige, „deshalb wollte ich das Handy verkaufen“. Als der die beiden Männer an der Straßenbahnhaltestelle an der Holländischen Straße traf, fragte er spontan, ob sie nicht Interesse hätten. Sie schauten sich das Mobiltelefon an, der 31-Jährige wollte es tatsächlich kaufen, hatte jedoch kein Geld. Er bat, auf einen Bekannten zu warten, der ihm die 20 Euro leihen würde.

„Das dauerte mir zu lange“, erinnerte sich der 41-Jährige als Zeuge. Doch der 31-Jährige gab das Handy nicht wieder her. Der Streit, der daraus zwischen den drei Männern entbrannte, wurde zunächst mit Worten ausgetragen, dann hagelte es Schläge und Tritte. Der 41-Jährige rannte in eine nahe gelegene Tankstelle und flehte den Kassierer an, die Polizei zu rufen.

Der 31-Jährige folgte ihm und schlug im Verkaufsraum nochmals zu. Die alarmierten Polizeibeamten nahmen die beiden Hofgeismarer wenig später fest.

Der 31-Jährige sagte vor Gericht, er habe zwei Tage vor dem Vorfall begonnen zu trinken, er sei nach Kassel gekommen, um „weiter zu feiern“. Er gab zu, dass er das Handy habe kaufen wollen, doch als er sich mit dem Verkäufer nicht einigen konnte, „ging ich auf ihn los“. Danach wollte er nach seiner Version das Telefon wieder zurück geben. Deshalb sei er dem Mann in die Tankstelle gefolgt.

Auch der 38-Jährige räumte ein, dass er „ein bis zwei Mal zugeschlagen“ hat, „das war ein Fehler“. Er hatte an jenem Abend ebenfalls nicht alle Sinne beisammen, neben Heroin hatte er sich Bier und Schnaps sowie Tabletten genehmigt.

Er kam mit einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten davon, außerdem muss er hundert Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich unter die Fittiche eines Bewährungshelfers begeben. Der 31-Jährige hingegen geht voraussichtlich für anderthalb Jahre hinter Gitter, nicht nur weil er nach der Überzeugung des Amtsgerichts der Haupttäter war, sondern weil er zum Zeitpunkt des Vorfalls wegen einer einschlägigen Tat unter Bewährung stand. (pas)

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