Einige Händler litten unter dem regnerischen, milden Wetter - Viele sind mit Umsätzen zufrieden

Geschäfte sind wetterabhängig

Auch eine Attraktion: Der Elch auf dem Königsplatz gefällt der drei Jahre alten Ronja gut. Auf dem Arm von Papa Daniel Schielke traut sie sich sogar, das große ausgestopfte Tier zu streicheln. Jendrik Sahr (links) vom Finnenstand freut sich über die glückliche junge Besucherin. Fotos: Koch

Kassel. „Die Besucher sind erstaunlich wetterfest“, sagt Andrea Behrens von Kassel Marketing. Nach einem starken Start für den Weihnachtsmarkt Ende November habe sich zwar durch den Wettereinbruch auch die Hochstimmung der Händler relativiert.

Trotz des zuletzt häufigen Regens bewegten sich die Besucherzahlen aber in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Auch für dieses Jahr hat Kassel Marketing mit zwei Millionen Besuchern gerechnet. Die Bilanz wird aber erst Ende der Woche veröffentlicht.

Ein bisschen kälter hätte es sein dürfen, sagt Heike Schellberg vom gleichnamigen Glühweinstand. „Für uns wäre Schnee statt Regen besser gewesen.“ Dennoch sei den Besuchern der Durst auf heiße Getränke nicht vergangen.

Andrea Behrens

Mehr haben die milden Temperaturen am Mützen- und Schalstand Ranft reingehauen. „Für uns war das Wetter denkbar schlecht“, sagt Norbert Larbig. Minusgrade wie im vorigen Jahr wünscht er sich jetzt für die letzten Tage. Dass der Umsatz wetterabhängig ist, weiß auch Daniel Geibel, der im Märchenwald Glühwein und Thüringer Bratwurst anbietet. Verregnet hat es ihm die Saison aber keineswegs. Man merke, dass die Leute Lust auf Weihnachtsmarkt hätten. „Viele sieht man drei- oder viermal: mal mit der Arbeit, mal mit der Familie, mal mit Freunden.“ Auch bei Jugendlichen habe der Weihnachtsmarkt Kultstatus, sagt Geibel.

Kassel steht gut da

Standnachbar Konrad Ruppert (Rupperts Almhütte) lobt ebenfalls die Zugkraft des Kasseler Weihnachtmarkts: „Das wäre eins der besten Jahre geworden, wenn uns das Wetter nicht dazwischengekommen wäre.“ Er kenne auch Märkte in Bonn und Berlin - den Vergleich müssten die Nordhessen nicht scheuen. „Kassel hat ein hohes Niveau“, sagt Ruppert. Deshalb will er nicht klagen.

Das gilt auch für Joachim Schütz, der am Weihnachts-Express die Billetts verkauft. Ähnlich viele junge Fahrgäste wie im Vorjahr, trotz einiger Regentage. „Hauptsache kein Schnee, sodass die Leute problemlos anreisen können.“

Auf Stammkunden ist Verlass

Ingeborg Röse am Schreibwaren-Stand des Grätz-Verlags ist zufrieden mit den Geschäften. Der Umsatz sei ähnlich wie in den Vorjahren. Das liege auch an vielen treuen Kunden. „Die warten immer schon auf uns.“

Darauf kann sich auch Paul Grommes verlassen, der seit 35 Jahren einen Stand für Stahlwaren betreibt, wo er selbst am Schleifstein steht. „Meine Stammkunden kommen immer, auch bei Schnee und Regen.“ Der Umsatz sei ihm gar nicht so wichtig, sagt der 67-Jährige. „Ich mache das nicht zum Geldverdienen, sondern aus Spaß.“

Wenig Freude hatte dieses Jahr hingegen Ingrid Suchanke an ihrem Stand mit Christbaumschmuck. „Wir sind ganz und gar nicht zufrieden.“ Weihnachtsdeko könne man inzwischen in jedem Möbelgeschäft und jeder Drogerie kaufen. „Und das teilweise billiger, als wir es einkaufen können.“ Sie hätte sich mehr Kundschaft gewünscht.

Von Katja Rudolph

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.