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Geschäftsführer der CDU-Fraktion Kassel: Kalb geht, sagt aber nicht, warum und wohin

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Von: Andreas Hermann

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Unterwegs im Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl 2017: CDU-Kandidat Dominique Kalb vor sechs Jahren mit Ehefrau Angelika an einem Obst-und Gemüsestand in der Kasseler Markthalle. archi
Unterwegs im Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl 2017: CDU-Kandidat Dominique Kalb vor sechs Jahren mit Ehefrau Angelika an einem Obst-und Gemüsestand in der Kasseler Markthalle. (Archiv) © lothar koch

Überraschende Kündigung: Dominique Kalb hört als Stadtverordneter und Fraktionsgeschäftsführer der CDU auf.

Kassel – Wer den Christdemokraten Dominique Kalb als Stadtverordneten, Verkehrsausschussvorsitzenden und Geschäftsführer der CDU-Fraktion erlebt hat, kennt ihn als Mann der klaren Worte. Überraschend zugeknöpft hat sich der 50-Jährige jedoch am Donnerstag bei der Frage nach den Gründen für seinen kurz zuvor bekanntgewordenen Abschied als ehrenamtliches Mitglied und als hauptamtlicher Geschäftsführer der CDU-Stadtverordnetenfraktion gegeben. „Das ist eine ganz persönliche und private Angelegenheit. Ich sage dazu nichts, kein Kommentar“, erklärte Kalb lediglich auf Anfrage unserer Zeitung.

Dominique Kalb geht, die Rede ist von einem beruflichen Wechsel. Der Bauingenieur, der in Weimar geboren wurde und in Kassel studiert hat, will aber nichts dazu sagen, warum er und wohin er geht. Seit 2001 führt er bereits die Geschäfte der Fraktion im Rathaus. Seit 2006 gehört er der CDU-Fraktion an. Angesichts der vielen Jahre kommt sein Abschied nicht nur überraschend, sondern geradezu von einem Tag auf den anderen. Kalbs Arbeitsverhältnis endet zum 15. Februar. Als CDU-Stadtverordneter ist noch früher Schluss: Die Sitzung am Montag wird seine letzte sein.

CDU-Fraktion in Kassel: Geschäftsführer kündigt

Gegenüber unserer Zeitung will der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende nicht einmal bestätigen, dass er sein Stadtverordnetenmandat niederlegt. Genauso offen lässt er, ob dies mit einem Wohnortwechsel durch die neue berufliche Aufgabe zu tun hat. Ja, er sei 2017 für die CDU als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Kassel angetreten. Und ja, er habe durch seine langjährige politische Arbeit einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. „Ich sehe mich aber nicht als öffentliche Person der Zeitgeschichte“, betonte Kalb. Und deshalb sage er auch nichts zu seinem Wechsel und zu seinem neuen Arbeitgeber.

Das hat er übrigens auch nicht gemacht, als er in der jüngsten Fraktionssitzung die Kollegen über seinen Fortgang informierte. Und auch CDU-Fraktionschef Michael von Rüden, der am Montag „die Kündigung aus persönlichen Gründen“ entgegennahm, hat von Kalb nichts über die Gründe und seine berufliche Zukunft erfahren.

Auch Michael von Rüden kann sich Verschlossenheit des Kasseler Geschäftsführers nicht erklären

Die plötzliche Verschlossenheit von Kalb kann sich auch von Rüden nicht erklären. Er habe mit ihm immer eng und gut zusammengearbeitet. „Es gab überhaupt keine Hintergründe und keinerlei Streit“, versicherte der Fraktionschef. Kalbs Wechsel sei „ein schwerer und kaum zu ersetzender Verlust für die CDU-Fraktion“. Er habe „das gesamte operative Geschäft über 21 Jahre in vorbildlicher Weise gesteuert“.

Die 18,3 Prozent, die Kalb bei der OB-Wahl 2017 holte, waren für ihn persönlich und für die CDU eine große Enttäuschung. Kalb ließ sich das nicht anmerken, war auch danach immer wieder mal für eine Dezernentenstelle im Gespräch. Nun, wo sich dieser Posten mit der Jamaika-Koalition für die Kasseler CDU abzeichnet, nimmt Dominique Kalb Abschied. Offensichtlich glaubt er, an anderer Stelle doch bessere Perspektiven zu haben. Wer für ihn in die CDU-Fraktion nachrückt, ist noch unklar. (Andreas Hermann)

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