Erste Überlegungen für neue Nutzung des Renthofs nach Auszug der Sozialgruppe

Mit der Geschichte leben

Geschichtsträchtiger Ort: Das Portal des Altenheims Renthof trägt die Jahreszahl 1617.

kassel. Der Renthof neben der Alten Brüderkirche hat als Alteneinrichtung ausgedient. Die Sozialgruppe Kassel, die das historische Gebäude 70 Jahre lang nutzte, baut am Unterneustädter Kirchplatz ein neues Haus. Ende 2012 soll es fertig sein. Mit dem Umzug wird einer der ältesten Bauten Kassels frei. Was daraus wird, ist offen. Es gibt zwar Überlegungen, aber kein Konzept.

Karl-Hermann Wegner, ehemaliger Leiter des Stadtmuseums, spricht von einem hochrangigen Denkmal der Kasseler Kulturgeschichte. Der Renthof, in dem der Komponist Heinrich Schütz (1585 bis 1672) seine Ausbildung erhielt, sei die Wiege der deutschen Barockmusik und Zeugnis einer großen Epoche. „Der Rang des Gebäudes verbietet es, dass es als lästige städtische Liegenschaft behandelt wird“, sagt Wegner. Nun biete sich die Chance, es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ob aus dem Wunsch Wirklichkeit wird, ist fraglich.

Im Rathaus ist man skeptisch. „Es ist nicht ganz einfach“, sagt der Leiter des Amtes für Stadtplanung und Bauaufsicht, Heinz Spangenberg. „Das Gebäude muss umgebaut werden.“ Vorstellbar sei, dort Wohnungen und im Erdgeschoss eventuell eine Gaststätte einzurichten. Oder eine privat getragene Galerie.

Bernd Hartl, der das benachbarte Fundus-Gebäude umbaute und dort sein Dentallabor einrichtete, kann sich ein Hotel hinter den historischen Mauern vorstellen. „Das wäre an dieser Stelle interessant“, sagt er. Er selbst hat den Umzug von Waldau ins alte Herz der Stadt nie bereut. Rund um den Altmarkt war die Keimzelle Kassels. „Ich bin glücklich hier“, sagt Hartl.

Er wäre auch bereit, in den Renthof zu investieren. Allerdings nur unter ähnlichen Konditionen wie bei der Sanierung des Karlshospitals und der Garnisonskirche, bei denen Stadt und Land den Investoren entgegen kamen. Der Standort sei gefragt, sagt Hartl. „Der Bedarf ist da.“ Das macht sich auch im Rathaus bemerkbar. Obwohl die Vermarktung noch gar nicht aktiv läuft, gibt es nach Auskunft von Liegenschaftsdezernent und Kämmerer Dr. Jürgen Barthel bereits Interesse.

Mehr Informationen zur Geschichte des Renthofs gibt es im Regiowiki bei HNA-online unter www.hna.de/wiki

HINTERGRUND

Von Ellen Schwaab

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