Förderverein erarbeitet Programm für historischen Garten

Neuer Audio-Walk: Geschichten vom Kasseler Weinberg

Das Weinberg-Areal, aufgenommen Anfang des 20. Jahrhunderts: In der Mitte des Fotos ist die Villa der Familie Henschel zu sehen, die 1931 abgerissen worden ist.
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Das Weinberg-Areal, aufgenommen Anfang des 20. Jahrhunderts: In der Mitte des Fotos ist die Villa der Familie Henschel zu sehen, die 1931 abgerissen worden ist.

Im Vergleich zu den anderen weitläufigen Parks in Kassel ist die historische Gartenanlage Weinberg überschaubar. Sie erstreckt sich über ein ansteigendes Gelände zwischen Frankfurter Straße und Am Weinberg.

Kassel - Aber das, was dort mit allen Sinnen wahrnehmbar ist – die sorgfältige Bepflanzung mit Rosen, Lavendel, Salbei, mit Spalierobst und Wein – und die Vielfalt an Geschichten und Anekdoten, die man über den Garten erfahren kann, sind groß. An vielen Stellen im Wegegeflecht kann man verweilen und entweder die botanischen Schönheiten in Augenschein nehmen oder historische Spuren entdecken. Immer dabei: ein einmaliger Panorama-Blick auf die Südstadt bis in die Söhre hinein.

„Wir haben so viel zu erzählen“, sagt Regula-Maria Ohlmeier, die Vorsitzende des 2006 gegründeten Vereins Historischer Weinberg. Sofort fängt sie an zu sprudeln: vom Wein, der hier vor Jahrhunderten angebaut wurde, von Gewächshäusern, von den Bunker- und Kelleranlagen, von der Henschel-Villa, die einst auf dem Weinberg thronte, bis sie der Eigentümer abgetragen ließ.

Auch aus der neueren Zeit gibt es Spannendes zu erzählen. Etwa davon, wie 2012 der argentinische documenta-Künstler Adrián Villa Rojas den Berg mit monumentalen Skulpturen ausstattete und ihn damit in aller Welt bekannt machte. Corona hatte auch den Weinberg in einen Dornröschen-Schlaf versetzt. Im Dezember hat der Verein mit einer roten und grünen Illuminierung, für die Vereinsmitglied Peter Zypries gesorgt hatte, ein Signal gesendet: „Hallo, es gibt ihn noch, den Weinberg“, sagt Ohlmeier.

Der Verein Historischer Weinberg ist voller Tatendrang: Roman Bartel, Dietrich Berding, Nicole Peters, Manuela Klopf, Guillaume Koschella, Andreas Peters, Regula-Maria Ohlmeier und Peter Zypries (von links) suchen auf dem Weinberg nach Standorten für die Audio-Walk-Stationen.

Alle Geschichten und sämtliche Informationen wollen die Vereinsmitglieder jetzt jedem Besucher, der sie hören möchte, vermitteln: mittels eines Audio-Walks. Der soll demnächst zur Begleitung kostenlos in mehreren Sprachen zur Verfügung stehen. An rund 20 markanten Stellen im Garten können dann die gesprochenen Texte mithilfe eines QR-Codes ins Smartphone eingelesen werden.

Das Equipment kann dank Spenden einer Privatperson, Daniel Hartmann, sowie der Sparkassenversicherung angeschafft werden. Stolz ist der Verein darauf, dass alles von den Mitgliedern selbst gemacht wird: das Erstellen der Texte und auch das Einlesen. Für die technische Infrastruktur gibt es ebenfalls einen Spezialisten: Roman Bartel, der auch die Internetseite des Vereins verwaltet. Ganz bequem kann man über die Seite auch Mitglied werden und spenden. Zum Projekt Audio-Walk sagt Roman Bartel: „Wir möchten für die Besucher des Weinbergs auch das erlebbar machen, was nicht mehr da ist.“ (Christina Hein)

Service: Der Weinberg ist täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet, Informationen unter weinberg-kassel.de.

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