Geschummelt oder nicht? - Schülerin klagt wegen Noten gegen das Land Hessen

Kassel / Hünfeld. Sie soll bei Abschlussklausuren für ihr Realschulzeugnis betrogen haben - nun kämpft eine 18-jährige Schülerin aus dem osthessischen Hünfeld vor dem Verwaltungsgericht Kassel um ihre Zensuren und klagt gegen das Land Hessen.

Am Mittwoch habe eine mündliche Verhandlung zu dem vor einiger Zeit aufsehenerregenden Fall stattgefunden, berichtete das Gericht. Mit einem Urteil sei in zwei Wochen zu rechnen. In ihren Prüfungsklausuren für Deutsch, Englisch und Mathematik war sie mit „ungenügend“ bewertet worden, weil sie die Lösungen gekannt haben soll. Dieser Auffassung sind die Schule und die vom Schulamt beauftragten Sachverständigen.

Gegen den Vater der Schülerin, Büroleiter im Staatlichen Schulamt in Fulda, hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisse und der Geheimhaltungspflicht erhoben. Das Amtsgericht Fulda sprach den Vater aus Mangel an Beweisen frei - sah es aber als erwiesen an, dass die Schülerin die Lösungen gekannt hat. Es stand der Verdacht im Raum, dass der Mann seiner Tochter die Lösungen beschafft hat.

Mit ihrer Klage will die Schülerin erreichen, dass ihre Leistungen in den drei Fächern mit jeweils „sehr gut“ benotet werden, damit sie die gymnasiale Oberstufe besuchen kann. Ihre sehr guten Leistungen in den Prüfungsarbeiten seien nicht durch Täuschungshandlungen, sondern allein durch ein intensives Lernen zustande gekommen.

Das Gericht hat nun zu entscheiden haben, ob eine Täuschung angesichts auffälliger Übereinstimmungen zwischen den Prüfungsarbeiten und den Lösungshinweisen auch dann angenommen werden kann, wenn sich nicht feststellen lässt, auf welchem Weg die Schülerin vor der Prüfung Kenntnis von den Lösungshinweisen erlangt hat. (dpa)

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