Nach Unfall in Hinterhof in der Nordstadt: Sustanz im Eimer war hochexplosives TATP

Geschwister von hochexplosivem Sprengstoff verletzt

Kassel. Nachdem Ende November zwei spielende Kinder in einem Hinterhof an der Holländischen Straße durch eine Explosion schwer verletzt wurden, steht nun fest, welche Substanz den beiden Brüdern zum Verhängnis wurde.

Nach Untersuchungen des Hessischen Landeskriminalamtes befand sich Acetonperoxid (Triacetontriperoxyd/TATP) in dem Eimer, den die Kinder beim Fußballspielen versehentlich umgestoßen hatten. Die hochexplosive Substanz fällt unter das Sprengstoffgesetz.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts schwerer Körperverletzung und Herbeiführen einer Explosion. Allerdings gibt es noch keinerlei Hinweise, wer die gefährliche Substanz in den Hinterhof gestellt hatte.

Das Unglück war am 24. November, einem Sonntag, im Hof hinter dem Haus Holländische Straße 236a passiert. Beim Fußballspielen hatten die 7 und 13 Jahre alten Brüder einen Eimer getroffen, der daraufhin zu Boden stürzte. Darin befand sich nach den Ermittlungen der Polizei ein Glasgefäß mit dem TAPT, das bei dem Sturz zu Bruch ging. Als die Brüder den Fußball aufhebn wollten, explodierte die Substanz und verletzte beide Jungen schwer. Der SiebenjJährige wird nach wie vor stationär in einem Krankenhaus behandelt, sein älterer Bruder ist inzwischen wieder zuhause.

Polizei und Staatsanwaltschaft tappen trotz umfangreicher Ermittlungen noch völlig im Dunkeln, woher der weiße Eimer und das Glasgefäß mit der gefährlichen Substanz kommen. Der weiße 10-Liter-Wassereimer war mit dem Wort „Knoblauch“ beschriftet. Trotz dieser Auffälligkeit gab es bislang keinerlei Hinweise auf die Herkunft des Eimers. Polizei und Staatsanwaltschaft weisen darauf hin, dass der Besitzer des Eimers nicht zwangsläufig etwas mit der explosionsgefährlichen Substanz zu tun haben muss.

Anhaltspunkte für eine gezielt verübte oder vorbereitete Straftat haben sich im Zuge der bisherigen Ermittlungen nicht ergeben, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. (rud)

Hinweise an die Polizei: Tel. 0561/9100.

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