Wettbewerb „Die gute Form“

Gesellenstücke prämiert

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Die Prüfungsbesten: Frank Baum, Obermeister der Schreiner-Innung Kassel (von links), mit den notenbesten Absolventen des Jahrgangs Sina Adamsky, Marco Bolloni und Primus Steven Weihe.

Auch in diesem Jahr zeichnete die Schreiner-Innung Kassel die jahrgangsbesten Gesellen aus und prämiert die besten Gesellenstücke.

Auf der feierlichen Freisprechung am Donnerstag, 23. Juli, in der Handwerkskammer wurden 23 Gesellen aus der Ausbildung entlassen, Jahrgangsbester war Steven Weihe. Entscheidend für die abschließende Bewertung waren neben dem Gesellenstück auch weitere Arbeitsproben sowie die Ergebnisse der theoretischen Prüfung.

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Ferner wurden die im Erdgeschoss der Handwerkskammer ausgestellten Gesellenstücke prämiert. Die Beurteilungskriterien sind Idee, Form, Funktionalität und letztlich die Konstruktion der Möbelstücke.

Die Spannung unter den Gesellen war greifbar, als das Geheimnis der Jury gelüftet wurde. Den ersten Platz beim Wettbewerb „Die gute Form“ belegte Yevgeniya Svitlychna, ausgebildet in Kooperation durch Baum & Söhne Kassel sowie das Bildungszentrum Kassel. Eine glatte Eins erhielt sie für ihre Arbeit, einen Ausziehtisch mit einer Multibank, die sich „deutlich von anderen Stücken abhebt“. Das Modul für den erweiterbaren Tisch, ist wie ein Puzzleteil in die elegante Sitzbank integriert. Es entsteht ein wunderbar kommunikativer Tisch für bis zu neun Gäste. Die Details seien formal konsequent und raffiniert erdacht, die Materialwahl treffend. Die Entscheidung für den ersten Platz falle nicht schwer, befand die Jury und fasste zusammen: „Die schlichte Arbeit an einer schönen Idee hat uns überzeugt.“

Den zweiten Preis erhielt Christian Zimmermann von der Schreinerei Ralf Becker Kassel-Oberzwehren für seinen Schreibtisch. Ein „graziles, liebenswürdiges Stück“, wie die Jury meinte. Die Tischbeine aus Ahorn spielen mit Makassar Ebenholz, es gibt eine lederbezogene Schreibfläche und wunderbar ausgearbeitete Utensilos für Stifte und sonstige Kleinigkeiten. Es wirke nicht zu antiquiert, Eckverbindungen, Fugenplatzierung und Material seien gut gewählt. Einzig die Griffknöpfe an den Schubladen stören nicht nur optisch, sondern wahrscheinlich auch im Gebrauch. Hier hätte weniger mehr bedeutet, urteilten die Juroren.

Der dritte Platz geht an Sina Adamsky, ebenfalls ausgebildet bei Baum & Söhne in Kassel, für ihren Sessel. Die Jury würdigte die Fähigkeit, in Objekten zu denken und Ideen aus Assoziationen zu verwirklichen. Das Spiel der Formen und die Kombination unterschiedlicher Materialien gaben den Ausschlag.

„Wir fanden, dieser Mut sollte belohnt werden, weil er andere anstiftet, Neues auszuprobieren“, lautet die Begründung. Sina Adamsky arbeitete mit unkonventionellen Lösungen bis ins Detail: Es gibt einen magnetischen Holzstopfen, der mit Stahlplatten belegte Schubladen öffnet, als Sitzschale dient die Motorhaube eines VW-Käfers.

Neben dem Gesellenbrief winkten den Preisträgern an diesem Abend auch eine Urkunde sowie Sach- und Geldpreise.

Die Gesellenstücke werden noch bis zum 7. September in der Handwerkskammer am Philipp-Scheidemann-Platz ausgestellt sein. Sie sind wochentags von 9 bis 15 Uhr zu besichtigen, am 5. September im Rahmen der Museumsnacht zudem von 17 bis 24 Uhr. (pee)

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