Keine Gefahr für den Menschen

Gespinstmotten in der Buga: Bäume mit silbrig-weißen Netzen überzogen

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Gespenstisches Szenario: Mit silbrig-weißen Gespinsten ist diese Weide in der Buga überzogen. Von diesem ungewöhnlichen Massenbefall durch Gespinstmotten wird sich der Baum aber wieder erholen.

Kassel. Ein solches gespenstisches Szenario ist selten und nur alle paar Jahre einmal zu beobachten: In der Fuldaaue und auch in der Döllbachaue sind viele Spaziergänger durch den Massenbefall der Pflanzen durch Gespinstmotten beunruhigt.

Anders als die gefürchteten Eichenprozessionsspinner, die in Kassel bislang nicht aufgetreten sind, seien Raupen und deren Haare für den Menschen jedoch nicht gefährlich, sagt Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt.

Bedrohlich wirkt das Bild dennoch. Gleich mehrere Bäume sind von silbrig-weißen Netzen umsponnen und komplett kahl gefressen. Die befallenen Pflanzen würden sich jedoch schnell wieder erholen und zum Johannistrieb im Juni erneut austreiben, sagt der Leiter der Abteilung Grünflächen: „Die Bäume sterben nicht ab.“ Dieser ungewöhnlich starke Befall könne durchaus im Zusammenhang mit einem sehr milden Winter stehen. Und er habe sogar etwas Gutes: Denn gerade zur Brutzeit sei den Singvögeln das massenhafte Auftreten von Raupen sehr willkommen. Gerhold: „Für sie ist der Tisch jetzt reich gedeckt.“ 74 verschiedene Arten von Gespinstmotten gibt es. Sie befallen bevorzugt Pfaffenhütchen, Weißdorn, Weiden, Schlehen, Traubenkirschen und Obstgehölze. Bei Obstbauern sind die gefräßigen Raupen freilich nicht gern gesehen, weil sie auf betroffenen Bäumen zum Ernteausfall führen können.

Die nimmersatten Raupen fressen noch bis Ende Mai/Anfang Juni, bevor sie sich verpuppen und Anfang Juli anfangen, als Falter mit ihren silbrig-weißen und schwarz gepunkteten Flügeln auszuschwärmen.

Dann ist der Spuk vorbei, und die Bäume haben sich hoffentlich wieder einigermaßen erholt.

Einige Leser, die sich in der Redaktion gemeldet haben, hatten die Befürchtung, es könnte sich um den Eichenprozessionsspinner handeln. Diese Raupen sind deshalb so gefürchtet, weil deren winzige Brennhaare eine ernst zu nehmende Gesundheitsgefahr für Menschen darstellen und unter anderem Haut, Schleimhäute, Augen und Lungen schädigen können. In Kassel sind diese Schädlinge glücklicherweise bislang nicht aufgetreten.

Von Martina Heise-Thonicke

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