Seniorenzentren ein Problem

Gesundheit Nordhessen Holding kämpft mit Millionenverlusten

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Etwa 800.000 Euro Verlust machte die GNH 2013 bei den Seniorenwohnanlagen (SWA).

Kassel. Trotz Millionen-Verlusten bei den Kreiskliniken und den Seniorenwohnanlagen Kassel wird unter dem Jahresabschluss 2013 der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) eine schwarze Zahl stehen.

Noch sind die Jahresabschlüsse nicht geprüft, aber rund eine Million Euro Gewinn dürfte die GNH machen. Damit gehört der Konzern zu den wenigen kommunalen Kliniken in Deutschland ohne Einbußen.

Es wird aber immer schwieriger, laufende Verluste auszugleichen. Etwa 800.000 Euro sind es 2013 bei den Seniorenwohnanlagen (SWA). Nachdem Ende 2013 der Plan gescheitert war, die Gesellschaft zunächst zur Hälfte an einen neuen Partner zu verkaufen, ist guter Rat teuer. Die GNH würde sich gern von den beiden Seniorenzentren am Lindenberg im Stadtteil Forstfeld und in Fasanenhof mit 180 Pflegeplätzen, 424 betreuten Seniorenwohnungen und einem ambulanten Pflegedienst trennen, weil auch künftig mit einem jährlichen Verlust von einer Million Euro gerechnet wird.

Ähnlich wie beim zweiten großen Verlustbringer, der Kreisklinik in Bad Karlshafen-Helmarshausen, wo das Defizit 2013 bei rund 1,7 Millionen Euro liegt, gefährdet das die Zukunft des kommunalen Klinikkonzerns. Gerät der Konzern mit seinem Flaggschiff Klinikum Kassel in die Verlustzone, müssten die Krankenhäuser möglicherweise an einen privaten Klinikkonzern verkauft werden.

Zur SWA-Zukunft erklärte GNH-Personalvorstand Birgit Dilchert, dass nach der gescheiterten Partnersuche nochmals alle ökonomisch vertretbaren Optionen überprüft werden sollen. Kassels Bürgermeister und GNH-Aufsichtsratschef Jürgen Kaiser (SPD) sagt: „So kann es nicht weiterlaufen.“ Die Verluste der SWA müssten verringert werden. Die Stadt will das Unternehmen aber auf keinen Fall dichtmachen. „Das schließe ich aus“, erklärt Kaiser.

Von Jörg Steinbach

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