Sontheimer: Holding steht fest zu Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Arolsen

GNH und Klinikum machen wieder Millionengewinn

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Die letzte große Baustelle: Ende des Jahres soll das neue zentrale Eingangsgebäude des Klinikums an der Mönchebergstraße fertig sein. Der 26-Mio.-Euro-Bau ist der letzte Baubschnitt der seit 2006 umgesetzten Zielplanung. 152 Mio. Euro (mit Zwischenfinanzierung 175 Mio. Euro) wurden insgesamt investiert, 92 Mio. Euro schießt das Land Hessen zu.

Kassel. Viele Krankenhäuser in Deutschland kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Doch für die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) ist das abgelaufene Geschäftsjahr nicht nur besser ausgefallen als gedacht, der Gewinn konnte auch fast verdoppelt werden.

Statt mit einer erwarteten schwarzen Null schloss der Gesundheitskonzern 2013 zum fünften Mal in Folge mit einem deutlichen Gewinn ab: diesmal 3,2 Mio. Euro. Im Jahr zuvor waren es 1,74 Mio. Euro.

Die 4800 Mitarbeiter erhalten deshalb auch mehr Geld als im Vorjahr zurück: 6,9 Mio. Euro von insgesamt 8,1 Mio. Euro, die als Zukunftssicherung von den Gehältern einbehalten worden waren.

Trotz der schwierigen Lage für die Krankenhäuser sei es ein gutes Jahr gewesen, sagte GNH-Chef Dr. Gerhard M. Sontheimer. Mit einem operativen Ergebnis vor Steuern (EBITADA) von 17,9 Mio. Euro (2012: 15,5 Mio. Euro) sei dies ein sehr gesundes Unternehmen. Im laufenden Jahr liege man derzeit mit einer Mio. Euro über der Planung.

Gewinnbringer war 2013 einmal mehr vor allem das Klinikum Kassel, das einzige Krankenhaus der Maximalversorgung in der Region. Es erreichte 2013 ein Plus von 7,51 Mio. Euro (2012: 3,68 Mio). Einer der Gründe: Es wurden mehr Patienten mit schwereren, komplexeren Erkrankungen behandelt. So habe auch der insgesamt leichte Rückgang auf 73.532 stationäre Patienten kompensiert werden können, sagte GNH-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer gestern bei einer Pressekonferenz.

Gerhard M. Sontheimer

Teilweise aufgezehrt wird dieses positive Ergebnis durch die Kreiskliniken, die ein Minus von 2,86 Mio. Euro (2012: minus 550.400 Euro) einfuhren. Die inzwischen geschlossene Klinik Helmarshausen schlägt mit einem Fehlbetrag von 2,57 Mio. Euro zu Buche, und die Kreisklinik Wolfhagen geht mit einem Minus von 635.000 Euro in die Unternehmensbilanz ein. Die Kreisklinik Hofgeismar indes erwirtschaftete ein positives Ergebnis von 337.000 Euro. Das Krankenhaus Bad Arolsen habe trotz einer Leistungssteigerung bei der Behandlung von schwereren Erkrankungen die steigenden Kosten nicht ausgleichen können und mit einem Minus von 40.500 Euro abgeschlossen.

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Der auch vom Kreistag getragene Entschluss, Helmarshausen zu schließen, sei unabdingbar für die Überlebensfähigkeit der Kreiskliniken, betonte Sontheimer. Zu den Klinik-Standorten Hofgeismar, Wolfhagen und Bad-Arolsen sagte der GNH-Chef: „Wir stehen hinter den den Häusern und werden sie weiter betreiebn.“ Der Gesundheitskonzern habe die kleineren Kliniken, für die es zunehmend schwieriger werde, seit 2005 mit über zwölf Mio. Euro subventioniert, sagte er auch mit Hinweis auf die Diskussion um die Schließung der Geburtshilfe an der Kreisklinik Wolfhagen. „Damals habe ich noch gescherzt: Mal sehen, ob ich das überlebe. Die Antwort kennen Sie inzwischen“, sagte Sontheimer, dessen bis März 2015 laufender Vertrag in dieser Woche vom Aufsichtsrat nicht mehr verlängert wurde.

Unter dem Dach der Gesundheit Nordhessen Holding sind nicht nur vier Krankenhäuser vereint. Auch die Seniorenwohnanlagen (SWA) gehören dazu. Diese schlossen 2013 mit einem Fehlbetrag von 312.100 Euro zwar besser ab als 2012 (667.000 Euro), doch sei dies auf eine einmalige Umsatzsteuerrückzahlung zurückzuführen. Der Verlust liege eigentlich bei 1,5 Mio. Euro. Für den Verlustbringer müsse eine Lösung gefunden werden, sagt GNH-Chef Dr. Gerhad M. Sontheimer. Bisher war es nicht gelungen, einen Partner für einen Teilverkauf von 49 Prozent zu finden.

Von Martina Heise-Thonicke

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