Schlaganfall-Spezialisten per Video in die Notaufnahme

Befund per Computer: Mit Hilfe der Telemedizin soll künftig eine bessere Vorsorgung von Schlaganfallpatienten auch an kleineren Kliniken der Region möglich sein. Das Symbolbild zeigt einen Arzt am Computer. Für das Teleneurologie-Projekt werden spezielle Geräte angeschafft. Foto:  dpa

Kassel. Bei neurologischen Notfällen wie Schlaganfällen oder Hirnblutungen zählt jede Minute. Damit betroffene Patienten auch in kleineren Krankenhäusern der Region künftig noch besser und schneller behandelt werden können, startet im Juni das Projekt Neuro-Netz Mitte.

Fachärzte der Schlaganfall-Spezialstation (Stroke unit) des Kasseler Klinikum können künftig sofort hinzugezogen werden und in Videokonferenzen gemeinsam mit den Ärzten vor Ort die Notfall-Patienten beurteilen und eine Therapie-Empfehlung geben.

An dem Telemedizin-Projekt beteiligen sich das Stadtkrankenhaus Korbach, das St. Franziskus-Hospital Winterberg, die Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, die Asklepios Klinik Schwalmstadt, das Kreiskrankenhaus Frankenberg sowie die Kreisklinik Wolfhagen und das Krankenhaus Bad Arolsen. „Dies ist ein tolles Projekt, das zeigt, dass die Vernetzung des Großklinikums mit Krankenhäusern im ländlichen Raum zum Nutzen des Patienten ist“, sagte der Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), Karsten Honsel, am Dienstag nach der Vertragsunterzeichnung. Dies sei eine absolut zukunftsträchtige Struktur, denn sie ermögliche auch in kleineren Kliniken rund um die Uhr eine schnelle Schlaganfalldiagnostik und -versorgung auf hohem Niveau, die sonst nicht zu gewährleisten wäre.

Rund 50.000 Euro investiert das Klinikum Kassel in die Technik für die zentrale Einheit, erläutert die kaufmännische Direktorin Svenja Ehlers. Die angeschlossenen Kliniken werden für die spezielle Video- und Datenübertragungstechnik jeweils rund 20.000 Euro ausgeben. Bis September sollen alle Kliniken an das Neuro-Netz angeschlossen sein.

Man rechne mit jährlich 500 Fällen, in denen die Kasseler Neurologen per Video-Konferenz zum Einsatz kommen. Derzeit werden im Klinikum jährlich rund 1800 Schlaganfall-Patienten aus Kassel und der Region behandelt.

Wichtig sei der persönliche Austausch mit den Ärzten in den Kliniken, betont Prof. Andreas Ferbert, Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum. Die Kollegen seien excellente Internisten, die von Fachärzten des Klinikum zusätzlich geschult würden. Außerdem sind regelmäßige Treffen vereinbart. Ferbert: „Es vereinfacht die Zusammenarbeit, wenn man sich persönlich kennt.“ Ärzte und Patienten werden sich übrigens per Video gegenseitig sehen können.

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