Gesundheit Nordhessen Holding: Zwei komplett neue Kliniken in Planung

Das Flaggschiff der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH): Blick auf das Klinikum Kassel an der Mönchebergstraße. Wenn die Neubauten fertig sind, wird hier auch das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld einziehen. Foto: Herzog / Charterflug Kassel Knabe

Kassel. Das gute Jahresergebnis 2010 hat die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) zu einem beträchtlichen Teil ihrem Kasseler Flaggschiff zu verdanken. Für die Zukunft plant sie nun außerdem mit zwei komplett neuen Kliniken.

Die Klinikum Kassel GmbH inklusive Kinderkrankenhaus Park Schönfeld und Zentrum für medizinische Versorgung erwirtschaftete einen Überschuss von fünf Millionen Euro. Im Klinikum war das Jahr 2010 geprägt von der Eröffnung des Diagnostikzentrums mit der neuen Zentralen Notaufnahme sowie der Bildung von zwei neuen Kliniken (Thoraxchirurgie sowie Lungen- und Bronchialmedizin).

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Bei den Einzelergebnissen der anderen Krankenhäuser und Firmen zeichne sich allerdings Handlungsbedarf ab, sagt GNH-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer. Die Krankenhaus Bad Arolsen GmbH kam auf einen Fehlbetrag von 233.000 Euro, die Kreiskliniken Kassel GmbH schließt 2010 mit einem Verlust von 347.000 Euro ab. Zukünftig werden nach Ansicht Sontheimers insbe-sondere die kleinen Krankenhäuser auf dem Land von abnehmenden Patientenzahlen bedroht sein.

Das hängt auch damit zusammen, dass immer mehr Behandlungen in die ambulante Versorgung verschoben werden. Gleichzeitig werde es in ländlichen Regionen immer schwieriger, qualifizierte Ärzte und Pflegepersonal zu finden. „Wir werden daher weiter daran arbeiten, das medizinische Profil zu schärfen, spezielle Leistungen anzubieten und planen darüber hinaus für Wolfhagen und Hofgeismar mittelfristig Neubauten“, erklärt Sontheimer.

Für das künftige Krankenhaus in Hofgeismar werde ein anderer Neubau-Standort gesucht. Ab 2014 soll die neue Klinik entstehen. Für Wolfhagen sei noch nicht entschieden, ob am derzeitigen Krankenhaus-Standort neu gebaut oder ebenfalls ein ganz neuer Standort gesucht wird. In Wolfhagen soll 2019/2020 mit dem Neubauprojekt begonnen werden. Damit ist sicher, dass die beiden vorhandenen Krankenhäuser nicht mehr saniert oder modernisiert werden.

Rote Zahlen schreibt auch die Seniorenwohnanlagen Kassel GmbH (SWA) mit einem Fehlbetrag in Höhe von 157.000 Euro im Jahr 2010. Um die Zukunft der SWA zu sichern, ist für das Pflegeheim im Stadtteil Fasanenhof eine Sanierung und Erweiterung beabsichtigt. Die Entscheidung darüber soll laut Sontheimer noch in diesem Jahrfallen.

Auch in der ambulanten Rehabilitation gab es einen Fehlbetrag von 181.000 Euro. Bei der internen Verrechnung zwischen Klinikum und Reha-Zentrum gelten aber jetzt Marktpreise, „so dass künftig ein ausgeglichenes Ergebnis für das Reha-Zentrum möglich ist“, kündigt der Vorstandschef an. Die Servicegesellschaft Ökomed GmbH, die im Konzern für Speisenversorgung, Reinigung und Logistik zuständig ist, hat die Verluste vermindert. 2010 lag der Fehlbetrag dort bei 470.000 Euro; 2009 betrug der Verlust noch knapp über eine Million Euro.

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