Spitzenmedizin wird weiter ausgebaut

Gesundheit Nordhessen macht zwei Mio. Euro Gewinn - Mitarbeiter profitieren

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Klinikum Kassel aus der Luft betrachtet: Das größte Krankenhaus der Region an der Mönchebergstraße hat 2017 als Flaggschiff des nordhessischen Klinikkonzerns GNH annähernd 5,8 Millionen Euro verdient und damit den Konzerngewinn von zwei Millionen Euro ermöglicht. 

Kassel. Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat 2017 einen Gewinn von zwei Millionen Euro erwirtschaftet. Damit ist es dem Klinikkonzern gelungen, im neunten Jahr in Folge ein positives Ergebnis zu erzielen.

Für die insgesamt 4800 Beschäftigten gibt es deshalb Geld zurück. Im Vorjahr wurden im Rahmen des Zukunftssicherungstarifvertrages 5,9 Millionen Euro als Gehaltsverzicht vorsorglich einbehalten. Jetzt werden 5,5 Millionen davon nachträglich an die Mitarbeiter gezahlt, weil die GNH schwarze Zahlen schreibt. 

Der kommunale Krankenhauskonzern, in dessen Kliniken in Kassel, Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Arolsen 2017 insgesamt 72.554 Patienten stationär und mehr als 200.000 ambulant behandelt wurden, habe sich damit erneut bewährt, sagt GNH-Vorstandsvorsitzender Karsten Honsel: „Das Jahr ist sehr ordentlich gelaufen für die GNH.“ 

Die positive Bilanz ist wiederum dem Klinikum Kassel zu verdanken, das als Flaggschiff des Konzerns im Vorjahr annähernd 5,8 Millionen Euro verdient hat. Auch für das Krankenhaus Bad Arolsen steht ein Gewinn von 106.000 Euro im Jahresabschluss. Schwierig bleibt es in den beiden Kliniken des Landkreises Kassel in Hofgeismar und Wolfhagen, die ihre Verluste von 1,1 Millionen Euro im Jahr 2016 im Vorjahr auf 2,4 Millionen Euro mehr als verdoppelt haben. 

In Hofgeismar soll künftig neben verbesserten medizinischen Angeboten auch ein moderner Klinik-Neubau mit 80 bis 120 Betten für bessere Zahlen sorgen. Die bestehende, über 50 Jahre alte und immer wieder angebaute Kreisklinik wird aufgegeben. Bis Ende 2022 soll ein neues Krankenhaus für insgesamt rund 37 Millionen Euro entstehen. Durch die Vernetzung medizinischer Leistungen zwischen allen Krankenhäusern will Honsel die Kliniken auf dem Land sichern.

Gesundheit Nordhessen: Jahresüberschuss nach Steuern

Jahr

Jahresüberschuss

2007

-3,323 (in Mio.)

2008

-2,298

2009

+1,615

2010

+4,826

2011

+9,354

2012

+1,742

2013

+3,226

2014

+3,545

2015

+3,220

2016

+2,142

2017

+2,023

Quelle: Gesundheit Nordhessen

Klinikum Kassel stellt Versorgung von Schwerstkranken sicher

Als „gutes Jahr in schwierigen Zeiten“ bewertet GNH-Vorstandsvorsitzender Karsten Honsel das Vorjahr im Hinblick auf das wirtschaftliche Ergebnis der Gesundheit Nordhessen Holding, die 2017 zum neunten Mal in Folge mit Gewinn (zwei Mio. Euro) abgeschlossen hat. Schwarze Zahlen seien im Gesundheitswesen ungewöhnlich und bei öffentlichen Krankenhäusern eine Ausnahme. „Davon gibt es nicht viele in Deutschland.“ Die finanzielle Situation für Kliniken in Deutschland und insbesondere für kommunale Krankenhäuser gilt nach wie vor als sehr schwierig. Der Umsatz der GNH stieg 2017 auf 390 Millionen Euro. Die Leistungssteigerung sei eine „sehr gute Entwicklung, insbesondere vor dem Hintergrund, dass bundesweit viele Krankenhäuser Leistungsrückgänge verzeichnen.“

Karsten Honsel

Die Spitzenmedizin soll weiter ausgebaut werden. 133 schwerst herz- und/oder lungenkranke Patienten wurden 2017 im neuen Ecmo-Zentrum behandelt, davon wurden 50 Patienten aus anderen Kliniken übernommen. Die transportablen Ecmo-Geräte übernehmen teilweise oder vollständig die Atemfunktion von Schwerstkranken. Zudem wurde eine spezialisierte Versorgung für mehr als 150 Patienten aufgebaut, die 2017 nach einer Wiederbelebung ins Klinikum Kassel gebracht wurden. „Ein erheblicher Teil dieser Patienten hat überlebt“, sagt Honsel. Auch mit der Implantation von Kunstherzen leiste man einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Region Nordhessen und darüber hinaus.

Die seit neun Jahren positiven Ergebnisse ermöglichen der GNH Investitionen in beträchtlichem Umfang. So wurden 2017 Bauvorhaben für rund 90 Millionen Euro auf den Weg gebracht oder im Aufsichtsrat beschlossen. Der Neubau eines Zentrums für seelische Gesundheit auf dem Klinikum-Gelände wird 38,8 Millionen Euro kosten, der Neubau der Hofgeismarer Klinik 37 Millionen Euro, die Umstellung auf ein modernes Konzept zur Speisenversorgung in der gesamten GNH acht Millionen Euro und der Neubau des Betriebskindergartens am Klinikum Kassel 3,25 Millionen Euro. Dafür gibt es Fördergeld in Höhe von 20 Millionen Euro. Der Landkreis Kassel unterstützt den Neubau in Hofgeismar zusätzlich mit zehn Millionen Euro. „Es ist heute so, dass Kliniken ihre Investitionen zu einem großen Teil selbst tragen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben“, erklärt Honsel.

Von den 4818 Mitarbeitern der GNH sind die Hälfte in Teilzeit tätig. Insgesamt gibt es im Konzern 3257 Vollzeitstellen. Weil unter den 400 Auszubildenden auch viele zukünftige Krankenpfleger sind, gebe es bisher keine Probleme, die Stellen in der Pflege zu besetzen.

Birgit Dilchert bleibt weiter Personalvorstand der GNH

Birgit Dilchert

Die Aufsichtsräte der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und des Klinikums Kassel haben die Bestellung von Birgit Dilchert (60) , Personalvorstand der GNH und Geschäftsführerin des Klinikums Kassel, erneut verlängert. Sie übt diese Funktion seit Anfang 2004 aus, der derzeitige Vertrag endet im Januar 2019.

Auf Wunsch Dilcherts erfolgte die Bestellung nur für zwei weitere Jahre, so dass sie im Alter von 63 Jahren aus dem Unternehmen ausscheiden wird. Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Christian Geselle (SPD) sagte: „Wir freuen uns auf die Fortsetzung der erfolgreichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Birgit Dilchert.“ Mit ihrem vorausschauenden Personalmanagement habe sie wichtige Grundlagen für den langfristigen Erfolg des Unternehmens geschaffen.

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