Bei Verdacht Arzt telefonisch konktaktieren

Gesundheitsamt: Gefahr noch immer gering, sich in Kassel mit Coronavirus anzustecken

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Auswertung von Laborproben: Auch ein Labor im Kasseler Klinikum wertet, wie auf diesem Symbolbild zu sehen, Rachenabstriche von Patienten aus. Ein Test auf das Coronavirus erfolgt nur auf Anordnung eines Arztes.

Auch in Hessen gibt es mittlerweile einen Fall des Coronavirus. Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Kassel, warnt aber vor Panikmache.

Beim Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Kassel häufen sich Anrufe von Menschen, die aufgrund des Coronavirus verunsichert sind. Die meisten haben eine ähnliche Situation, in der beispielsweise Schulen und Behörden geschlossen werden, um die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern, noch nicht erlebt. Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes, warnt vor Panikmache. In Kassel habe es aktuell noch keinen Fall des Coronavirus gegeben. Die Ansteckungsgefahr sei noch immer gering.

Wenn dem Gesundheitsamt in Kassel ein Fall gemeldet werde, dann handele man so, wie es in anderen Städten jetzt bereits der Fall sei. Man isoliere den Patienten und mögliche Kontaktpersonen – in den meisten Fällen sei das in der heimischen Wohnung ausreichend. „Selbst wenn es einen Fall oder auch zehn Fälle gibt, solange sich die Personen ausfindig machen lassen, zu denen der Infizierte Kontakt hatte, gibt es keinen Grund zur Sorge“, sagt Müller. So lange würde man auch keine Kindergärten oder Fußballstadien schließen. Es sei eben wie bei der Influenza, man könne sich überall anstecken. Deshalb rät Müller auch nicht generell davon ab, zu verreisen. Nur eben nicht in die Risikogebiete – aktuell Norditalien und Gebiete in China.

„Wenn eine stationäre Therapie im Krankenhaus notwendig ist, dann sind alle Krankenhäuser in Stadt und Landkreis darauf eingerichtet und in der Lage, diese Patienten aufzunehmen und zu isolieren“, sagt Müller. Nach den Entwicklungen in China habe sie mit Vertretern aller Krankenhäuser zusammengesessen. Jedes Krankenhaus könne einen entsprechenden Abstrich machen und eine intensivmedizinische Behandlung durchführen.

Wenn ein Arzt in Kassel einen Verdachtsfall diagnostiziert, dann gibt der Mediziner die labordiagnostische Abklärung in Auftrag. Dazu wird ein Nasen-Rachen-Abstrich genommen. Meist liegt das Ergebnis innerhalb eines Tages vor. Auf Wunsch von Patienten werden keine Labortests vorgenommen.

Labore, die die Proben auswerten, gibt es an den Universitätskliniken in Marburg und Frankfurt. Aber auch im Labor des Kasseler Klinikums besteht seit Kurzem die Möglichkeit, das Coronavirus nachzuweisen.

Auch in den Kasseler Schulen würden Schüler vermehrt zum Händewaschen angehalten und auf die Hygieneregeln hingewiesen. Dass es nicht an allen Kasseler Schulen warmes Wasser gibt, bestätigt Müller. Aber auch mit kaltem Wasser reduziere man die Keime auf den Händen. Müller verweist darauf, dass sich das neuartige Virus mit Blick auf die Hygiene nicht von anderen Virusinfektionen wie beispielsweise der Influenza unterscheidet.

Wer bei sich Symptome bemerkt wie Husten, Atemnot oder ein schweres Krankheitsgefühl, der sollte sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen. „Das ist der Ansprechpartner in Gesundheitsfragen“, sagt Müller. Das sollte man telefonisch machen. Ihre Rückmeldung aus den Kasseler Arztpraxen sei, dass die Zahl der Anrufe in den vergangenen Tagen zugenommen habe. Dem Arzt sollte dann mitgeteilt werden: Wo genau war die Person im Urlaub? Hatte sie Kontakt mit Personen, die am Virus erkrankt waren? Wer den Verdacht einer Infektion habe, sollte nicht unangemeldet die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen, sagt Müller. Dort habe man Kontakt mit vielen Menschen. Coronaviren seien nicht bedrohlicher als Influenzaviren, aber nach den derzeitigen Erkenntnissen eben ansteckender.

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