Erlenloch

Gewässer im Habichtswald: Sind diese Fische erfroren?

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Es stinkt im Habichtswald: Mehrere Kadaver lagen am Montagvormittag am Rande des Erlenlochs. Am Wochenende hatten Mitglieder des Angelvereins Ahnatal etwa 100 Kilogramm toten Fisch aus dem Gewässer geholt.   

Kassel. Rund 100 Kilogramm tote Fische haben Mitglieder des Angelvereins Ahnatal am Samstag aus dem Erlenloch im Habichtswald geholt und im Gestrüpp entsorgt.

Woran die Tiere verendet sind, darüber gibt es keine Untersuchung. 

Sie stinken und sind nicht schön anzusehen: Mehrere tote Fische liegen am Ufer des Erlenlochs im Habichtswald. Eine Leserin, die am Sonntag mit ihrem Hund in dem Waldgebiet unterwegs war, hatte sich bei der HNA gemeldet und von dutzenden Fischkadavern berichtet. Auch am Montagvormittag waren tote Karpfen am Rande des Erlenlochs zu sehen, in dem einst Basalt abgebaut worden ist.

Der Angelverein Ahnatal hat das Erlenloch von Hessen-Forst gepachtet. Nach Angaben des Vorsitzenden Gerhard Truderung haben Vereinsmitglieder am Samstag eine Aktion gestartet, um das Erlenloch von toten Fischen zu befreien.

Etwa 100 Kilogramm Karpfen, Aale, Hechte, Rotaugen und Rotfedern habe man aus dem Gewässer geholt. Die Kadaver habe man im Dornengestrüpp etwa zehn bis 15 Meter vom Uferbereich entsorgt, sagt Truderung. Es könne natürlich sein, dass sich dort Waschbären und andere Wildtiere bedient und die toten Fischer wieder am Ufer verteilt hätten.

Woran die Fische gestorben sind, dafür gibt es keine wissenschaftlich untermauerte Antwort. „Wir haben keine Anzeichen dafür, dass sie vergiftet worden sind“, sagt Truderung.

Allerdings gibt es Theorien über das Fischsterben im Erlenloch, wo in den vergangenen Jahren der Wasserstand deutlich gesunken ist. Rainer Oesterreich, ebenfalls im Vorstand des Vereins, geht davon aus, dass die Fische entweder erfroren oder an Sauerstoffmangel gestorben sind. Laut Oesterreich hat das Erlenloch „drastisch“ an Wasser verloren. Karpfen und Aale wühlten sich im Winter in den Untergrund des Gewässers. Bei der kalten Witterung über mehrere Wochen im Januar sei das Erlenloch an vielen Stellen komplett durchgefroren. Es sei durchaus möglich, dass die Fische deshalb gestorben seien.

Natürlich sei es auch nicht auszuschließen, dass die Fische von Menschen, die das Eis des zugefrorenen Erlenlochs betreten haben, in ihrer Winterruhe gestört wurden und daraufhin verendet seien.

Auch beim Forstamt Wolfhagen, das für den Habichtswald zuständig ist, hält man die Theorie, dass die Fische erfroren sind, nicht für abwegig. Nachdem es wieder getaut habe, seien die Kadaver nach oben gedrückt worden, sagt Mitarbeiter Dieter Schorbach.

Laut Truderung und Oesterreich vom Angelverein ist das Erlenloch eigentlich nicht mehr „beangelbar“. Von dem aktuellen Fischsterben abgesehen hätten die Angler in den Sommermonaten mit dem massiven Pflanzenbewuchs in dem Gewässer zu kämpfen. „Das Erlenloch verkrautet sehr schnell“, sagt der Vorsitzende. Es gebe kaum noch Stellen, an denen man angeln könne.

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