Schüler lernen im Präventionsprogramm PiT, Konflikte ohne Schlägerei zu lösen

Der Gewalt Paroli bieten

Das Handy bekommst du nicht: Selman Karahan (14, links) und Malcolm Wald (13) spielen eine Szene, wie sie sich auf dem Schulweg abspielen könnte. Beim so genannten Abrippen wird Schülern mit Drohungen oder Gewalt das Telefon oder Geld abgenommen.

Fasanenhof. Schüler werden in ihrem Alltag mit Gewalt konfrontiert. Auf dem Weg zur Schule verlangt ein Jugendlicher unter Androhung von Schlägen das Handy oder das Taschengeld. Beim Spaziergang mit der Freundin wird eine 13-Jährige von jungen Männern anzüglich bedrängt. Die Auseinandersetzung zwischen zwei zerstrittenen Schülerinnen wird handgreiflich und endet damit, das eine von ihnen blutend am Boden liegt.

Präventionskonzept

Solche Geschichten aus ihrem Alltag erzählen Haupt- und Realschüler der Klassen sieben der Fasanenhofschule, wenn man sich mit ihnen über Gewalterfahrungen unterhält. Sie lernen seit einiger Zeit, wie man brenzlige Situationen meistert und Konflikte intelligent löst, ohne dass es zu Handgreiflichkeiten kommt. Die Lehrerinnen Heike Hopf und Julia Heubner, der Sozialarbeiter Jan Grahlmann haben zusammen mit dem Polizisten Mike Hoffmann im Rahmen des Gewaltpräventionsprogramms PiT der hessischen Landesregierung ein Konzept dafür erarbeitet. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt, so dass alle Jahrgänge der rund 500 Schüler zählenden Schule vom Training über den Umgang mit Gewalt und Bedrohung profitieren werden.

Die Schüler lernen, wie man verhindert, in die Opferrolle zu geraten: Das aggressive Gegenüber muss körperlich auf Distanz gehalten werden. Wer Hilfe benötige, der solle bestimmte Passanten konkret ansprechen, empfiehlt Polizist Hoffmann. Er schärft den Schülern auch den Blick dafür, wie man aggressives Verhalten frühzeitig erkennen und der Situation so rechtzeitig ausweichen kann.

Manchmal hilft es schon, potentiell gefährliche Orte zu meiden. Die haben die Schüler während des Projekts besichtigt und fotografiert. Selina Bittag (13) zählt dazu auf jeden Fall die Unterführung unter dem Altmarkt. Da müsse man mit Drogensüchtigen rechnen, sagt sie. Ihre Mitschüler zählen auch Orte im Stadtteil auf, die abends schlecht beleuchtet und kaum einsehbar sind.

Schulleiterin Ursula Richter-Dickhaut geht im schulischen Umfeld offensiv mit dem Thema Gewalt um. Beschwerden aus der Nachbarschaft über auffällige Schüler gehe sie immer auf den Grund, sagt die Pädagogin. Es sei wichtig, dass die Schüler dazu stehen, wenn sie etwas angestellt haben. Die Resonanz auf das Präventionsprogramm vonseiten der Eltern und der Schüler sei sehr gut, berichtet die Schulleiterin. (pdi)

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