Gewinner-WG kreierte mit Showkoch Klaus Breinig Drei-Gänge-Menü

Kassel. Nach einer Stunde in der Küche sagt Joschka Meurer beim Zuckerschoten-Schnippeln: „Ich fange ja normalerweise an zu kochen, wenn ich Hunger hab’ - dann wär’ ich jetzt schon umgefallen.“

Der 24-Jährige und seine beiden Mitbewohner Max Dettner und Jan Dörr sind die Gewinner der HNA-Aktion „Kassels WG-Küche Nr. 1“. Und jetzt wird in der Küche der Dreizimmerwohnung an der Josephstraße ein 1A-Menü zubereitet.

Klaus Breinig, Showkoch und Inhaber der Kochschule Edertal, hat gemäß der Vorlieben der Männer-WG (Fleisch!) als Hauptgericht Entrecôte-Steak mit Rosmarin-Kartoffeln und Asia-Gemüse ausgewählt. Aber erst mal gilt es, die Vorspeise zuzubereiten: Steckrübenragout mit Fetakäse und Salbei. Zum Nachtisch hat sich die Dreier-WG - nach drei gescheiterten eigenen Versuchen mit dem neuen Waffeleisen - frische Waffeln unter Anleitung des Gourmetkochs gewünscht.

Auch Schnippeln will gelernt sein: Gourmetkoch Klaus Breinig (Mitte) kochte zusammen mit Joschka Meurer (von links), Max Dettner und Jan Dörr nicht nur ein leckeres Menü, sondern verriet der Studenten-WG auch jede Menge Tipps und Kniffe aus der Trickkiste eines Gourmetkochs. Fotos: Koch

Zuerst einmal gibt’s ein Lob vom Küchenchef: „Ihr seid echt gut ausgerüstet.“ Mehrere Pfannen, große, scharfe Messer, Pürierstab, Lichtleiste über dem Herd. Los geht’s. Während schon eifrig Kochbierchen geöffnet werden – die Martini-Brauerei hat den Gewinnern 52 Kisten gesponsert – packt Klaus Breinig neben der Kiste voller Lebensmittel auch schon erste Tipps aus der Trickkiste eines Kochs aus: Beim Schneiden die Finger auf dem Gemüse zur Kralle formen, dann gibt’s keine Verletzungsgefahr, und man kann beim Schneiden sogar aufgucken. „So würde ich auch gern schneiden können“, sagt Max Dettner anerkennend, während bei Breinig - zack-zack-zack - das Messer in null Komma nichts den Ingwer ganz fein zerstückelt.

Dass Schärfe in Scoville gemessen wird, erfahren die Wirtschaftsingenieur-Studenten, als die Chilischoten dran sind. „50 000 Scoville heißt, dass man so viele Tropfen Wasser braucht, um einen Tropfen davon zu neutralisieren“, sagt Breinig. Am besten vorher die Kerne aus der Chilischote entfernen. „Sonst habt ihr Schärfe ohne Ende“, warnt der Fachmann.

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Kurz mal nach den Kartoffeln schauen, die schon im Ofen backen. „Macht zwischendurch mal auf, damit die Feuchtigkeit raus kann.“ Umso knuspriger wird’s nachher. Endlich geht es an den Fleischbrocken, der schon seit Beginn des Kochabends auf dem Tisch liegt. „Niemals direkt aus dem Kühlschrank in die Pfanne hauen“, rät Breinig. „Dann dauert das Braten zu lange, und es wird zäh.“ Als Joschka Meurer die Pfanne mit Spüli für die zweite Fuhre Steaks säubern will, heult Breinig auf. „Stopp! Niemals mit Spülmittel!“ Die Rückstände legen sich auf die Oberfläche der Pfanne, und dadurch hängt das Gebratene leichter an.

Ein paar gezielte Fragen haben die Studenten auch an den Koch: „Klappt’s eigentlich mit den Frauen besser, wenn man kochen kann“, will Jan Dörr wissen. „Ich kann mich nicht beklagen“, antwortet Breinig grinsend. Ein Grund mehr, seine Kochtipps in Zukunft zu beherzigen. Kochschule Edertal, Tel. 05623/930099, info@klausbreinig.de, www.kochschule-edertal.de

Von Katja Rudolph

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