Mangel an Sportstätten: Vereine haben unterschiedliche Lösungsideen

Wettkampf nicht nur auf dem Platz: Die Vereine sind auch bei der Beanspruchung von Hallenzeiten im Wettbewerb. Unser Foto zeigt ein Szene aus dem Spiel der TG Wehlheiden gegen TBS Saarbrücken. Archivfoto: Fischer

Kassel. In Kassel fehlt es besonders im Winterhalbjahr an Sporthallen. Oft können Sportler erst spätabends trainieren oder müssen weite Anfahrten zu einer freien Halle in Kauf nehmen. Die Sportvereine haben ganz unterschiedliche Ideen, wie das Problem gelöst werden könnte.

Die 50 Sport- und Turnhallen im Stadtgebiet sind durch die 142 Kasseler Sportvereine voll ausgelastet. Wir befragten einige Kasseler Sportvereine, welche Konsequenzen das für ihre Arbeit hat und welche Lösungen sie vorschlagen.

Peter Döhne, Erster Vorsitzender des VfL Kassel sagt: „Wir könnten noch jede Menge Hallenzeiten gebrauchen, die wir nicht bekommen.“ Der Verein habe 17 Fußball-Jugendmannschaften, die nicht alle in der Halle spielen könnten. Der Mangel an Sportstätten habe etwa zur Folge, dass nur einmal statt zweimal wöchentlich trainiert werden könne.

Claus Wiese, Geschäftsführer von Dynamo Windrad, spricht von „permanenten Problemen mit den Hallenzeiten“. Deshalb müsse Dynamo Windrad für drei Sportarten private Hallen anmieten. „Das ist keine Kritik am zuständigen Sportamt. Die verwalten dort nur das Elend“, sagt Wiese. Und weiter: „Es gibt zwischen den Vereinen einen Kampf um Hallenzeiten.“ Wiese schlägt vor, schlecht angenommene Angebote zugunsten von stark nachgefragten zu streichen.

Er würde sich zudem wünschen, dass der Liga- und Leistungssport bei der Vergabe von Hallenzeiten nicht gegenüber dem Freizeitsport begünstigt wird.

Bernd Geselle, Erster Vorsitzender der TSG 1887 Niederzwehren, spürt auch die Einschränkungen für seinen Verein. Zum Teil müssten die Sportler lange Wege zum Training - zum Teil bis in die Nordstadt - in Kauf nehmen, weil vor Ort keine Halle frei sei. „Die Vereine sollten über Kooperationen nachdenken“, schlägt Geselle als Lösung des Problems vor. Insbesondere kleine Vereine sollten sich mit anderen zusammenschließen, um gemeinsam Hallenzeiten zu belegen.

Peter Grunwald, Erster Vorsitzender der TG Wehlheiden, spricht davon, dass die Vereine wegen des Hallenmangels nicht expandieren könnten und wenn sich das Problem verschärfe, sogar Angebote gestrichen werden müssten. Der Bau einer für die Leichtathletik geeigneten Halle sei dringend erforderlich. „Da muss sich die Stadt bewegen.“ Weil im Winter der Jugendfußball in der Halle trainiere, müsse auch die TG Wehlheiden private Hallen anmieten. Dies belaste die Finanzen des Vereins.

Thorsten Pfennig, Pressesprecher des KSV Hessen-Kassel, kennt solche Probleme in seinem Verein nicht. Unsere Fußballmannschaften trainieren so lange draußen, wie es geht. „Wenn es doch mal nicht geht, mieten wir zumindest für den Nachwuchs Soccerhallen an“, sagt KSV-Sprecher Pfennig.

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