Glas der Vernunft an ungarischen Bürgerrechtler Ferenc Köszeg

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Ferenc Köszeg

Kassel. Ein alter Kasseler Bekannter ist mit dafür verantwortlich, dass der Bürgerpreis Glas der Vernunft in diesem Jahr an den ungarischen Bürgerrechtler Ferenc Köszeg geht. Der gebürtige Budapester Adam Fischer, von 1987 bis 1992 Generalmusikdirektor am Staatstheater, hat den 74-Jährigen vorgeschlagen.

Schon vor einem Jahr hatten Hansjörg Melchior und die anderen Vorstandsmitglieder des Vereins der Freunde und Förderer des Kasseler Bürgerpreises Ungarn als Thema ausgeguckt. Es war eine gute Wahl, wie sich nun nach den Entwicklungen in Osteuropa zeigt. Alle reden vom neuen Eisernen Vorhang, der sich zwischen EU und Russland auftut.

Der ehemalige Kasseler Generalmusikdirektor Adam Fischer (64)

Preisträger Köszeg hat viel dazu beigetragen, dass der alte Eiserne Vorhang fiel. Der Journalist und Lektor ist Gründer und Ehrenpräsident des Helsinki-Komitees, das seit 1978 Menschenrechtsverletzungen in den Ostblockstaaten anprangerte. Von 1990 bis 1998 saß er für den liberalen Bund Freier Demokraten im ungarischen Parlament. Heute kümmert er sich vor allem um Roma und andere Flüchtlinge an der Grenze zur Ukraine und kritisiert den Rechtskurs in seinem Land, das sich in einer tiefen politischen Krise befindet.

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll vor allem das Engagement des Mannes aus Budapest „im europäischen Einigungsprozess herausstellen“, wie es in der Mitteilung des Vereins heißt. Köszeg steht damit in einer Reihe mit Persönlichkeiten wie Hans-Dietrich Genscher und Joachim Gauck, mit dem er freundschaftlich verbunden ist.

Die Festrede am 28. September im Opernhaus wird der ehemalige österreichische Außenminister Erhard Busek halten. Als Laudator kommt zudem der Dirigent Fischer an seine alte Wirkungsstätte im Staatstheater. Der 64-Jährige fliegt zwischen zwei Proben an der New Yorker Met nach Kassel.

Von Matthias Lohr

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