Für schnelleres Internet

Schnelleres Internet: 250 Millionen Euro für neues Glasfasernetz

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Kassel. Es ist ein Mammutprojekt, das nur gemeinsam zu stemmen ist: Ganz Nordhessen soll flächendeckend mit einem Glasfasernetz zur schnellen Datenübertragung ausgestattet werden.

Bis zu 250 Millionen Euro würde das kosten. Es wäre die größte Infrastruktur-Investition seit dem Bau des Flughafens Kassel-Calden.

Die fünf nordhessischen Landkreise Kassel, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Waldeck-Frankenberg haben sich bereits verständigt.

Die mit schnellen Datennetzen schon gut versorgte Stadt Kassel wird sich wohl nicht beteiligen, unterstützt aber das Vorhaben. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Regionalmanagements hat ergeben: „Wenn wir uns alle zusammentun, dann kann es wirtschaftlich sein“, sagt Regionalmanager Holger Schach.

Ein Glasfasernetz würde Übertragungsraten bis zu 1000 Megabit pro Sekunde möglich machen. Anders als die VDSL-Angebote (50 Megabit/s), die in Teilen der Region bereits angeboten werden, soll es flächendeckend allen Einwohnern zur Verfügung stehen.

Außerdem können per Glasfaser viele Dienste gleichzeitig übertragen werden, ohne dass sich die Leistung vermindert.

Geplant ist die Gründung einer kommunalen Infrastrukturgesellschaft. Sie soll das Glasfasernetz betreiben – in Konkurrenz zu privaten Anbietern. Die Datenautobahnen sollen an Internetanbieter vermietet werden. Mieteinnahmen und Gebühren der Nutzer sollen die Investition finanzieren.

Angestrebt wird ein Darlehen des Landes Hessen, das über 20 Jahre zurückgezahlt werden soll. Die Kreise müssten 20 Prozent der Summe als Eigenkapital vorfinanzieren; auf sie kämen je nach Größe Kosten von 20 bis 44 Millionen Euro zu.

Wann das Glasfasernetz, das auch für die Ansiedlung von Unternehmen eine große Bedeutung hätte, in Betrieb gehen könnte, ist noch unklar. 2013 soll die Realisierung geprüft werden.

Flottes Internet fürs Land

Breitbandversorgung im Landkreis Kassel: VDSL für 30 000 Haushalte verfügbar

Kassel. Die weißen Flecken in der Breitbandversorgung in Nordhessen sollen verschwinden. Langfristig sollen durch den Aufbau eines Glasfasernetzes flächendeckend alle Haushalte in den fünf nordhessischen Landkreisen einen verlässlichen und superschnellen Zugang ins Internet erhalten.

Im Landkreis Kassel ist man bei den Breitbandzugängen bereits gut vorangekommen. Ein Drittel der 113 000 Haushalte im Kreis ist jetzt mit schnellem VDSL versorgt.

Fast 30 000 Haushalte könnten mittlerweile den schnellen Internetzugang VDSL mit Übertragungsraten bis zu 50 Megabit pro Sekunde nutzen, teilt die ACO-Computerservice GmbH mit. „Damit haben wir in Nordhessen die Breitbandstrategie des Bundes und auch des Landes Hessen zeitlich weit vor den gesteckten Zielen 2015 beziehungsweise 2017 erreicht“, sagt ACO-Geschäftsführer Klaus Peter von Friedewald.

Die Kasseler Firma hat im Auftrag des Landkreises in den vergangenen Jahren den Internetzugang für die Menschen auf dem flachen Land aufgebaut. Zum Einsatz kommt dabei eine Kombination von Richtfunk und leitungsgebundenen Strecken.

„Ganz hervorragend für die Nutzer“, nennt Kreissprecher Harald Kühlborn das Angebot von 50 Mbit/s. Das System laufe offenbar gut, jedenfalls seien bei der Kreisverwaltung keine Beschwerden von Nutzern eingegangen.

Das war in der Aufbauphase des DSL-Systems anders. Da hatten Verzögerungen und Pannen für reichlich Ärger bei Kunden gesorgt. Im Mai 2012 war das Breitbandnetz mit einer Leistung von 16 Megabit/s im Landkreis Kassel fertig. 23 Kommunen mit 74 Ortsteilen werden seither versorgt; sechs der 29 Kreiskommunen beteiligten sich nicht.

Die Investition belief sich auf 4,5 Millionen Euro; das Land übernahm davon 1,2 Millionen Euro, die beteiligten Kommunen zusammen 800 000 Euro, ACO zwei Millionen Euro.

Nötig war die Initiative des Kreises, weil zunächst keiner der großen Provider die kleinen Kommunen auf dem flachen Land mit einem schnellen Internetzugang versorgen wollte. Zu teuer und nicht wirtschaftlich zu betreiben, so hieß es damals unisono von Telekom und anderen zur Begründung. Das hat sich mittlerweile geändert.

Mit dem Aufbau des kombinierten Funk-/Leitungsnetzes durch ACO interessierten sich auch andere Provider und installierten eigene Netze im Landkreis. Um ihnen das Feld nicht zu überlassen, hat ACO jetzt sein Angebot auch für Privatkunden von 16 auf 50 Mbit/s ausgebaut

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