Dreierteam kümmert sich um Bewerbung für 2025

Gleich nach der documenta: Vorbereitung für Kassels Kulturhauptstadt-Bewerbung

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Sie bauen das Kulturhauptstadt-Büro auf: Von links Sandra Heuchel, Pia Leydolt-Fuchs und Dr. Patrick S. Föhl.

Kassel. Gleich nach der documenta wird die Stadt Kassel mit verstärkten Kräften den Prozess einer möglichen Kulturhauptstadt-Bewerbung für das Jahr 2025 vorantreiben.

Dafür wird zurzeit im Rathaus ein Kulturhauptstadtbüro aufgebaut, dessen Hauptakteure am Freitag im Kulturamt vorgestellt wurden.

Die Kulturmanager Pia Leydolt-Fuchs (Marseille) und Dr. Patrick S. Föhl (Berlin) sowie Kulturamts-Mitarbeiterin Sandra Heuchel sollen zusammen mit weiteren Mitstreitern, die noch hinzukommen, den Funken des Bewerbungsprojekts in die Stadtgesellschaft tragen und die politische Entscheidung vorbereiten helfen, ob Kassel tatsächlich in den Ring der Bewerberstädte steigen wird. Ein verbindliches Votum darüber stehe erst für Ende 2018 an, betonte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen: Festgelegt sei bis dahin noch nichts.

Was bisher geschah

Seit Hilgen beim städtischen Jahresempfang 2015 die Idee aufgebracht hatte, ob Kassel nach 2010 einen weiteren Bewerbungs-Anlauf als europäsche Kulturhauptstadt wagen soll, hat die Verwaltung im Hintergrund daran gearbeitet, in ersten Schritten Chancen und Risiken abzuwägen sowie Handlungsfelder einer neuerlichen Kandidatur auszuloten.

Alle bisherigen Überlegungen, Einschätzungen und Rahmenbedingungen sind nachzulesen in einem Bericht, der jetz beim Kulturamt als 58-seitige Broschüre erhältlich ist. Man kann ihn anfordern per Mail an kulturamt@kassel.de sowie auch online einsehen und herunterladen.

Die Unterschiede zu 2010

Kulturdezernent Hilgen erinnerte an die diversen neuen Museums- und Kulturbauten, die in diesem Jahrzehnt neu in Kassel entstanden sind. Und auch an eine breite gesellschaftliche Unterstützung, die der damaligen Bewerbung für 2010 Auftrieb gegeben habe. Beides genüge aber nach den aktuellen Kriterien nicht mehr für eine neuerliche Kandidatur.

Gefordert seien Nachhaltigkeit und langfristige Perspektiven einer Stadt, die herausragender Kulturstandort sein wolle. Und deshalb, so Hilgen, werden die Planer des Bewerbungsprozesses „auch dahin gehen, wo es nicht so schön ist“ wie in den vornehmeren Stadtteilen mit kulturaffinem Publikum. Es werde anders als vor 2010 „eher dezentrale Aktionen“ statt großer Saal-Debatten geben, ergänzte Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier.

So geht es weiter

Das kulturell euphorische Nachbeben, das erfahrungsgemäß jede documenta hinterlässt, wollen die Projektplaner nutzen und nach der Sommerpause zu einer Auftaktveranstaltung in Sachen Kulturhauptstadt-Bewerbung einladen. Parallel zum Aufbau des Kulturhauptstadtbüro im Rathaus soll außerdem eine Wort-Bild-Marke entwickelt werden, um allen Bewerbungs-Aktivitäten ein gemeinsames Erkennungszeichen zu geben.

Zu den Personen des Projektteams

Sandra Heuchel arbeitet seit November 2013 in der Abteilung Kulturförderung und -beratung des städtischen Kulturamts. Dort koordiniert sie unter anderem die Kasseler Museumsnacht und den Kulturförderpreis der Stadt Kassel. Im Kulturhauptstadt-Prozess wird sie vor allem als organisatorische Schnittstelle zu den städtischen Einrichtungen fungieren und eine Kommunikations- und Marketingstrategie mitentwickeln.

Pia Leydolt-Fuchs war Pressesprecherin im Kulturhauptstadt-Team 2009 der Stadt Linz. Die Kulturmanagerin und gebürtige Wienerin lebt seit 2012 in Marseille, von wo aus sie eine Agentur für Kulturvermittlung betreibt. Mit einer umfassenden Kulturhauptstadt-Expertise soll sie als Beraterin im Kasseler Bewerbungsprozess Themenschwerpunkte, Leitmotive und Beteiligungsformate erarbeiten und dabei die europäische Perspektive im Blick haben.

Dr. Patrick S. Föhl, Gründer und Leiter des Netzwerks Kulturberatung in Berlin, ist ein international anerkannter Kulturentwicklungsplaner. Für die Stadt Kassel soll er federführend ein umfassendes Konzept der Kulturentwicklung erarbeiten, das in seiner Perspektive weit über das Kulturhauptstadtjahr 2025 hinausweist. Ein solcher Ansatz wird von der EU neuerdings ausdrücklich von den Bewerberstädten gefordert.

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