Glinicke kauft Autohaus Jakob an der Leipziger Straße

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Wird künftig ein Jaguar-Stützpunkt der Glinicke-Gruppe: Das Autohaus Jakob an der Leipziger Straße. Im Hintergrund links der historische Messinghof, wo vor fast 300 Jahren die Kupferplatten für die Statue des Herkules getrieben wurden.

Kassel. In die Kasseler Autohandelslandschaft kommt Bewegung: Die Glinicke-Gruppe wird das Gelände des Autohauses Jakob an der Leipziger Straße erwerben und will dort künftig seine Modellpalette der Marken Jaguar und Land Rover präsentieren.

Autohändler Peter Jakob wiederum will sich aus Kassel zurückziehen und sich künftig voll auf sein Stammhaus in Fulda konzentrieren. Auf dem Gelände nahe dem Messinghof vertritt er bislang die Marken Chrysler, Jeep und Honda.

Peter Jakob

Der Verkauf ist noch nicht offiziell beurkundet, gegenüber der HNA erklärten beide Partner am Freitag jedoch ihre Handelseinigkeit. Nach ihren Angaben soll das Haus bis etwa Anfang Oktober zum neuen Stützpunkt für die beiden britischen Glinicke-Marken umgestaltet werden.

Wie es hieß, will Glinicke einige der 15 Jakob-Mitarbeiter in anderen Bereichen der Autohausgruppe übernehmen. Alle anderen hätten die Option erhalten, in Jakobs Fuldaer Haus weiterzuarbeiten.

Zu dessen Verkaufsentscheidung hätten mehrere Gründe geführt, erläuterte Peter Jakob, der als Vorsitzender des deutschen Chrysler-Händlerverbandes die US-Modelle seit 2001 auch in Kassel verkauft. Fünf Jahre später hatte er an der Leipziger Straße das 800 Quadratmeter große Autohaus errichtet, als kurz nach der Eröffnung die Partnerschaft zwischen Daimler-Benz und Chrysler zerbrach.

Die schweren amerikanischen Wagen, auf die bis dahin ein gewisser Glanz des Mercedes-Nimbus abgefärbt hatte, sackten in der Käufergunst ab. „Seit 2007 ging es nur noch bergab“, erzählte Jakob.

Hinzu kommt nun, dass die inzwischen vom Fiat-Konzern geschluckte Marke Chrysler in Deutschland verschwinden wird: Die US-Autos werden in Europa künftig unter dem italienischen Markenlogo Lancia vertrieben. Deshalb hat Jakob, wie alle anderen Chrysler-Händler, im Mai 2010 eine formelle Kündigung seines Vertrages erhalten. Bis vor einigen Wochen sollten sich die Autohäuser entscheiden, ob sie eine Lancia-Vertretung werden wollen.

Jakob will diesen Weg an seinem Standort Fulda mitgehen, weil es dort vergleichsweise gut laufe. Für sein Kasseler Haus hat er nicht unterschrieben. Es werde zwei, drei Jahre dauern, bis die Kunden den Markenwechsel mitvollzogen haben, glaubt der osthessische Geschäftsmann: „Das kann ich hier in Kassel nicht durchhalten.“

Über die Zukunft des benachbarten Messinghofs, der ebenfalls Jakob gehört, ist noch keine Entscheidung gefallen.

Für die Planungen der Glinicke-Gruppe kam es „wie gerufen, dass sich Herr Jakob hier vom Markt verabschieden will“, sagte Seniorchef Peter Glinicke. Der Autobetrieb im Kasseler Osten sei baulich und infrastrukturell in ausgesprochen gutem Zustand. Glinicke: „Das können wir mit nur wenigen Veränderungen so übernehmen.“

Peter Glinicke

Seit 2005 gehören die Automarken Jaguar und Land Rover zum Portfolio der Glinicke-Gruppe. Dieses Geschäft habe sich gut entwickelt, erläuterten Geschäftsführer Florian Glinicke und Regionalleiter Carsten Bachmann: Im Vorjahr sei der Jaguar-Standort Kassel nach Verkaufszahlen gar zum erfolgreichsten deutschen Händler der britischen Marke mit der Raubkatze geworden. Für die weitere Entwicklung werde nun Platz benötigt, sagte Bachmann: Jaguar und Land Rover hätten angekündigt, bis zum Jahr 2015 ihre Modellpaletten deutlich auszuweiten.

Auf dem Gelände des Autohauses Jakob in Bettenhausen haben sich nach Angaben von Seniorchef Peter Glinicke am Donnerstag Vertreter von Jaguar Deutschland umgesehen und die Voraussetzungen dort für geeignet befunden. In den kommenden zwei Monaten solle der Standort in einem fließenden Betriebsübergang nach den Vorgaben für Jaguar-Häuser umgestaltet werden und unter anderem eine transparentere Fassade bekommen.

Auf der Ausstellungfläche, die am Königstor frei wird, will das Unternehmen laut Glinicke seine angestammte Marke Volkswagen deutlich ambitionierter als bisher präsentieren. (asz)

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