60 Schüler thematisierten auf Jugendzukunftskonferenz Hilfe für arme Länder

Globales lokal diskutiert

+
Politisch interessiert: Unter dem Motto „grenzenlos begrenzt“ haben 60 Schüler aus Nordhessen auf der Jugendzukunftskonferenz in der Kulturfabrik Salzmann mit Experten über gesellschaftliche Themen gesprochen, die ihnen besonders wichtig sind.

Kassel. Wie viel Geld gibt Deutschland für Entwicklungshilfe aus? Setzt die Weltbank nur die Interessen der Industrieländer durch? Auf der Jugendzukunftskonferenz (JZK) haben am Montag unter dem Motto „grenzenlos begrenzt“ 60 engagierte Schüler aus Nordhessen über Demokratie in Deutschland diskutiert.

Organisiert hatten die Konferenz in der Kulturfabrik Salzmann Schüler der Kasseler Jacob-Grimm-Schule.

Eine von ihnen ist Helena Fabricius aus der Jahrgangsstufe 13. Die 18-Jährige hat sich der Arbeitsgruppe „Mensch Macht Politik“ angeschlossen. „Ich war 2010 schon Teilnehmerin der Konferenz und fand es damals sehr interessant“, sagt die Oberstufenschülerin. Deshalb habe sie in diesem Jahr die Möglichkeit nutzen wollen, die JZK als Mitglied des Organisationsteams selbst mitzugestalten. Einmal wöchentlich hatten sich die 15 verantwortlichen Schüler seit Beginn des aktuellen Schuljahres getroffen, um die Konferenz zu planen. „Fast die Hälfte der Vorbereitungszeit ging allein für die Themenauswahl drauf“, sagt Helena rückblickend, „aber das war uns auch sehr wichtig.“ Schließlich möchten die Organisatoren das Interesse an den gesellschaftlichen Themen nicht nur bei sich, sondern auch bei den gleichaltrigen Teilnehmern wecken - im Idealfall über die Konferenz hinaus.

Mit einem Gewerkschafter, einem Rechtsanwalt sowie einem ehemaligen Politik-Professor der Uni Kassel diskutierten Helena Fabricius und 30 andere Jugendliche am Beispiel des G8-Gipfels in Heiligendamm über zivilen Ungehorsam im 21. Jahrhundert, was legal und was legitim ist, und wie es um die Demokratie hierzulande bestellt ist.

Johanna Kersting (18) aus der zwölften Klasse der Jacob-Grimm-Schule entschied sich hingegen für das Thema „globale Leitkultur“. Im Wissen, dass Deutschland im vergangenen Jahr 0,4 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in die Hilfe für arme Länder investiert hat, diskutierte die Arbeitsgruppe unter anderem mit einem Hilfswerk-Mitarbeiter und einer Expertin vom Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag darüber, warum es überhaupt verschiedene Entwicklungsstandards auf der Welt gibt.

Im vergangenen Jahr hatte die JZK noch mehr als 100 Teilnehmer - diesmal sei der Zeitpunkt aufgrund bevorstehender Abiturprüfungen unglücklich gewählt worden, sagt Helena Fabricius. Sie empfindet den Teilnehmerrückgang aber nicht als tragisch: „Kleinere Gruppen bedeuten intensiveres Arbeiten.“

Von Sebastian Schaffner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.