Glück ist viel mehr als nur Zufall

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Hat gute Tipps für das Glücklichsein: Prof. Dr. Olaf-Axel Burow.

Vierblättriger Klee, Hufeisen, Schornsteinfeger und kleine Schweinchen: Um das kommende Jahr möglichst positiv zu beeinflussen, sind Glücksbringer in diesen Tagen besonders begehrt.

 Dabei ist Glück nicht bloß ein Zufallsprodukt, sondern Übungssache, wie Dr. Eckart von Hirschhausen in seinem Bestseller „Glück kommt selten allein“ erläutert.

Verschiedene Sorten des Glücks

Der Arzt, Kabarettist und unter anderem erfolgreiche Autor aus Berlin unterscheidet fünf Sorten des Glücks: das Glück der Gemeinschaft – also alles, was mit Liebe, Freundschaft und Familie zu tun hat. Das Glück des Zufalls, das im engeren Sinne keine dauerhafte Quelle sei, dazu gehörten Begegnungen oder Fundstücke. Das Glück des Momentes, was dem Genuss entspreche: „Wer nicht genießt, wird ungenießbar.“ Das Glück der Selbstüberwindung, sprich: sich herausfordern und anstrengen. „Anhaltende Zufriedenheit kommt hinterher, zum Beispiel nach konzentriertem Tun, dem Flow“, so von Hirschhausen. Und das Glück der Fülle: „Die überwältigenden Dinge des Lebens, die das Leben erst vollständig machen: Stille, Natur, Musik. Glückseligkeit und Gänsehaut“, zählt von Hirschhausen auf.

Sich das Glück erarbeiten

„Glück zu erringen, ist harte Arbeit. Man muss an sich selbst arbeiten – das ist der Unterschied zum Zufallsglück“: Das sagt auch Dr. Olaf-Axel Burow, Professor für Allgemeine Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Kassel. Für den gebürtigen Berliner bedeutet Glück in erster Linie: „Wohlbefinden, körperliche und seelische Gesundheit, das Gefühl, mit mir selbst und meiner Umwelt im Reinen zu sein.“ Für ein Kind, das ein Bild gemalt hat, sei Glück zum Beispiel das Lächeln der Mutter als Bestätigung. Im Beruf sei das die Wertschätzung, die man durch die Kollegen und Vorgesetzten als Resonanz auf die eigene Tätigkeit erfahre, erläutert der Experte.

Soziale Beziehungen sind entscheidend

Das Streben nach materiellem Glück sei hingegen auf Dauer wenig erfüllend: „Nehmen wir mal an, Sie wünschen sich einen Porsche, weil Sie glauben, damit glücklich zu werden. Dieses Glück währt in der Regel jedoch nicht lange: Denn kurze Zeit später sehen Sie, dass Ihr Nachbar einen teureren Bugatti fährt – und schon sind Sie nicht mehr ganz so glücklich.“ Soziale Beziehungen wie Freundschaften, Partnerschaften oder familiäre Bindungen garantierten hingegen eher langfristiges Glück.

Wer das Glück suche, soll sich laut Prof. Burow immer wieder neuen Herausforderungen stellen. „Dabei ist es wichtig, die individuelle Passung zu finden: Sind die Aufgaben, die ich bewältigen will, zu schwer, bin ich frustriert. Sind sie zu leicht, langweile ich mich.“ Das gelte nicht nur für den schulischen und beruflichen, sondern auch für den privaten Bereich. „Suchen Sie sich herausfordernde Tätigkeiten, treiben Sie regelmäßig Sport, melden Sie sich in einem Kulturverein an oder engagieren Sie sich im sozialen Bereich: Anderen zu helfen, steigert die Dopamin-Ausschüttung.“

Durch jene Herausforderungen erreiche man das sogenannte Flow-Erleben, das als beglückend erlebte Gefühl, restlos in seiner Tätigkeit aufzugehen. „Sowohl für Schüler als auch Berufstätige ist es wichtig, dass sie möglichst selbstbestimmt ihre Aufgaben wählen, um weder unter- noch überfordert zu werden, sondern eigene Erfolge zu erzielen“, sagt Prof. Burow.

Tägliche Glücksmomente

Wer seine tägliche Glücksdosis steigern wolle, könne zudem kleine Rituale in seinen Alltag integrieren: „Machen Sie eine Dankbarkeitsübung: Überlegen Sie sich jeden Tag drei Dinge, für die Sie dankbar sind. Oder nehmen Sie sich vor, jeden Tag mindestens drei gute Taten zu vollbringen: Eine wäre zum Beispiel, die Kollegen freundlich mit einem Lächeln zu begrüßen. Auch das trägt zum persönlichen Glück bei“, empfiehlt Prof. Burow. (pri)

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