Der Kasseler Familienbetrieb Icke feiert sein 75-jähriges Bestehen

Landmaschinenausstellung im Jahr 1967: Die Kunden betrachten ein Mähwerk. Fotos: privat

Kassel. Alles begann mit einem Glücksbringer: Hufeisen und Schrauben bot Franz Icke in seiner Großhandlung für Schmiedebedarf an, die er 1937 an der Kleinen Rosenstraße eröffnete.

Dass sein Geschäft im Laufe der Jahrzehnte zu einem Landmaschinenhandel expandierte und in diesem Jahr den 75. Geburtstag feiern kann, ist auch Ickes erstem Auszubildenden Richard Gude zu verdanken, der 1938 eine kaufmännische Lehre bei ihm begann. Gude übernahm später das Geschäft und gab es an seinen Sohn weiter. Der heute 61-jährige Walter Gude führt gemeinsam mit seiner Frau Cornelia (58) und Sohn Philipp (32) den Familienbetrieb Icke mit zwölf Mitarbeitern an der Kohlenstraße.

Führen den Familienbetrieb: Geschäftsführer Walter Gude (rechts) mit seiner Frau Cornelia und Sohn Philipp. Foto: Pflüger-Scherb

Dass mittlerweile keine Landmaschinen mehr bei Icke verkauft werden, liegt an dem Wandel in der Landwirtschaft. „Die kleinen Landwirte, die unsere Kunden waren, gibt es heute nicht mehr“, sagt Walter Gude. Die Entwicklung der Gesellschaft hat sich seit Gründung im Angebot des Unternehmens widergespiegelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Icke in die Salztorstraße (Unterneustadt). Im Zeichen des Wiederaufbaus wurde das Angebot an Werkzeugen immer größer, mehr Platz war gefragt, die Belegschaft wuchs. Logische Konsequenz war Anfang der 60er-Jahre der Kauf größerer Räumlichkeiten an der Druseltalstraße: Mit der Expansion wurde Richard Gude Teilhaber der Firma Icke. Das Sortiment war mittlerweile auf die Landwirte im Kasseler Umland ausgerichtet.

Um Platz für die Landmaschinen und den Stahl zu haben, wurden 1967 auf dem Grundstück an der Kohlenstraße Lagerhallen gebaut. Hier gab es zudem einen Bahnanschluss mit eigener Verladerampe für die Landmaschinen, sagt Walter Gude.

Heuwender: In den 60er-Jahren gehörten viele Landwirte zu den Kunden.

Der heutige Geschäftsführer stieg 1974 in den Betrieb ein. Walter Gude legte großen Wert darauf, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Zunächst wurden die Heimwerker aus der Nachbarschaft auf den Fachmarkt aufmerksam. Der Icke-Markt in der heutigen Form mit 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche wurde 1990 an der Kohlenstraße errichtet. Zu den Kunden zählen Hand- und Heimwerker sowie Landschafts- und Hobbygärtner. Hier findet man alles, was man zum Werkeln in Haus und Garten benötigt: Eisenwaren, Drähte, Werkzeuge, Dünger und Arbeitsgeräte. „Unser Vorteil ist, dass wir als Fachbetrieb die Kunden auch gezielt beraten können.“ Als Service wird auch die Reparatur von Rasenmähern angeboten.

Ein weiteres Standbein sind die Gebäude- und Sicherheitstechnik. Bei Icke werden Schlösser nicht nur angeboten, sondern die Mitarbeiter bauen sie auf Wunsch auch ein. So zeichnet sich der Familienbetrieb zum Beispiel für die Schließanlagen in der Neuen Galerie und der Heinrich-Schütz-Schule verantwortlich.

Und natürlich gibt es nach wie vor ein Stahllager, wo die Stücke passend zugeschnitten werden. Auch die Glücksbringer sind nach 75 Jahren noch im Sortiment: Hufeisen werden immer noch angeboten.

Am morgigen Samstag, 16. Juni, wird der 75. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert, Icke, Kohlenstraße 125.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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