Beleidigung und Bedrohung: Göker zu 2500 Euro Geldstrafe verurteilt

Kassel. Ex-MEG-Chef Mehmet Göker ist vom Kasseler Amtsgericht am Donnerstag wegen Bedrohung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt worden. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Das Gericht befand, dass der Ausdruck "Wixer", den Göker gegenüber einem Ex-Mitarbeiter verwandt hatte, eine Beleidigung darstelle. Der Satz "Ich schneide dir die Eier ab" könne Angst auslösen und sei daher eine Bedrohung, so Amtsrichter Gerd Krämer. 

Die Strafe setzt sich zusammen aus 50 Tagessätzen à 50 Euro. Grund: Göker gab einen Monatsverdienst von 1500 Euro an. Er sei in der Türkei angestellt, sagte er.

Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht

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Pünktlich um 10 Uhr hatte Göker auf der Anklagebank Platz genommen. Er trug ein weißes Lacoste-Hemd, schwarze Schuhe, Jacket und einen Seidenschal. Amtsrichter Gerd Krämer meinte zu ihm, mit seinem Erscheinen vor Gericht hätte Göker viele Wetten gewinnen können.

"Wir hätten die Stadthalle mieten können, so groß war das Interesse an diesem Prozess." Das sagte der Vorsitzende Krämer: Gut 100 Zuschauer verfolgten das Verfahren vor dem Gerichtssaal. Sie hatten keine Plätze mehr bekommen. Die meisten waren ehemalige MEG-Mitarbeiter.

Die Anklage warf Göker vor, einen ehemaligen Mitarbeiter, dessen Frau und deren kleines Kind bedroht zu haben. Im Verlauf des Prozesses äußerte sich Göker zu den Vorwürfen.

Er gab an, ehemalige Mitarbeiter beleidigt zu haben. Bedroht aber habe er niemanden.

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Mehmet Göker vor dem Amtsgericht

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Makler wollen Göker anzeigen

Gegenüber einem ehemaligen Vorstandsmitglied und einem Mitabeiter der Datenabteilung habe er durchaus Beleidigungen ausgesprochen, sagte Göker. Das liege daran, dass er des Öfteren deutliche Worte spreche.

Es habe aber einen Grund gegeben: So habe er den Verdacht gehabt, dass die beiden Daten der ehemaligen MEG AG geklaut hätten, um sie später in einer eigenen Firma zu verwenden.

Deswegen habe er sie auch bei der Staastsanwaltschaft angezeigt. Das Verfahren läuft noch. Der MEG AG sei dadurch ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstanden.

Er sei enttäuscht davon, dass es sich hier um Mitarbeiter gehandelt habe, die bei der MEG exzellent verdient hätten, sagte Göker. So hätten der ehemalige Vorstandsvorsitzende und seine Frau, die ebenfalls bei der MEG AG tätig war, 40.000 Euro monatlich verdient.

Dass Mehmet Göker nach Deutschland kommen würde, hätten viele nicht für möglich gehalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Göker derzeit auch wegen Insolvenzverschleppung, Betrug und Untreue. Da Göker auch noch vorbestraft ist, hatten viele damit gerechnet, dass auf ihn in Deutschland ein Haftbefehl wartet. (tho) 

Gegenüber HNA-Online sagte Göker, er werde noch eine Woche in Deutschland bleiben.

Es ist die zweite Verurteilung Gökers innerhalb von zwei Jahren. 2008 war er unter anderem wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 720.000 Euro verurteilt worden.

Von Frank Thonicke

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