Prozess gegen den ehemaligen Schwager des Ex-MEG-Chefs wegen räuberischer Erpressung

Göker: Familienstreit vor Gericht

Kassel. Am vergangenen Donnerstag war Ex-MEG-Chef Mehmet Göker wegen Bedrohung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt worden, am Montag ging es vor dem Kasseler Amtsgericht schon wieder um den 31-Jährigen.

Diesmal war Mehmet Göker aber nicht Beschuldigter, sondern Kläger. Der Vorwurf: Sein Ex-Schwager Ceyhun K. habe ihn mit dem Tod gedroht.

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Im Juristendeutsch soll dieser sich der  räuberischen Erpressung schuldig gemacht haben. Das ist ein Verbrechen, auf das mindestens ein Jahr Gefängnis steht.

Hintergrund ist eine Familienfehde bei den Gökers. Ceyhun K. war bis zur Scheidung im vorigen Jahr mit der Schwester von Mehmet Göker verheiratet. Das Paar hat vier Kinder.

Die Familie lebte in einem Haus in Kassel-Harleshausen, das nach Angaben von Ceyhun K. der MEG gehört habe. Allerdings habe er auch Geld für Renovierungsarbeiten reingesteckt, sagte Ceyhun K..

Einmal habe er Mehmet Göker 25.000 Euro bar in die Hand gedrückt, dann noch sieben oder acht Mal je 1000 Euro. Als die Ehe schief ging, drang Mehmet Göker darauf, dass sein Schwager das Haus verließ.

Der wollte dafür Geld von Göker - 25.000 Euro soll der MEG-Chef zunächst zugesichert haben, dann habe er das Angebot plötzlich zurückgezogen. Auf jeden Fall schaltete Göker in die Verhandlungen mit dem Schwager den früheren MEG-Sicherheitschef, seinen Lebwächter Marinko N. ein. Es kam zum Streit der Männer - wer was wann schließlich sagte, ist weitgehend unklar.

Letztlich soll Ceyhun K. gesagt haben, dass er sowohl Mehmet Göker als auch Marinko N. in den Rücken schießen werde. Außerdem soll er erklärt haben, dass Mehmet Göker nicht mehr lebendig aus der Türkei zurückkäme, wenn er kein Geld zahle.

Ceyhun K. bestritt am Montag vor Gericht, dass er diese Drohungen ausgestoßen habe. Ansonsten sagte er nicht viel. Seine Gesundheit sei „bankrott“. Das Gericht konnte gestern schließlich kein Urteil fällen.

Mehmet Göker und seine Schwester waren gar nicht erst erschienen, weil sie ihr Recht in Anspruch nahmen, die Aussage zu verweigern. Der wichtige Zeuge Gökan G., Neffe des Angeklagten, fehlte unentschuldigt. Er wird nun auf Anordung des Gerichts zum nächsten Termin polizeilich vorgeführt. Der findet statt am 17. Mai, 9 Uhr, Saal E 116.

Von Frank Thonicke

Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

2003 gründet Mehmet Erkan Göker den Versicherungsmakler MEG als Ein-Mann-Betrieb. 2006 wird sie zur Aktiengesellschaft.  © Archiv
Der Sitz des Unternehmens ist in der Falderbaumstraße. © Archiv
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Im September 2009 die Wende des pompösen Versicherungsvermittlers MEG AG: Er wird übernommen vom Finanzdienstleister Aragon AG.  © Archiv
Im Oktober dann ein weiterer Schritt Richtung Ende: Die MEG AG meldet Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Insolvenzverschleppung. © Archiv
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Das Inventar wird versteigert: der private Frisiersalon zum Beispiel. © Archiv
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Für die Vereinsverantwortlichen kam dies überraschend. © Archiv
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Zudem: Gesehen werden wie hier bei einem Boxkampf. © Archiv
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Der Anfang vom Ende: Im September 2007 findet eine Razzia bei MEG statt. Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Beitragsvorenthaltung. Göker kommt gerade aus dem Kurzurlaub... © Archiv
noch in Shorts und Flipflops. Später akzeptiert der MEG-Chef eine Geldstrafe von 720.000 Euro. © Archiv
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... Sakkos,... © Archiv
...Manschettenknöpfe. © Archiv
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Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Im März 2010 musste sich Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht verantworten. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Angeklagt war er wegen Beleidigung und Bedrohung. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Er gab an, ehemalige Mitarbeiter beleidigt zu haben. Bedroht aber habe er niemanden. © HNA/Herzog
Mehmet Göker vor dem Kasseler Amtsgericht
Göker wurde zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt. © HNA/Herzog

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