Staatsanwaltschaft sammelt Beweise bei Versicherungen

Göker-Kunden: Polizei durchsuchte Büros

Mehmet Göker

Kassel. Die Kasseler Staatsanwaltschaft war am Dienstag bundesweit auf der Suche nach Beweismaterial gegen Mehmet Göker: Wegen des Verdachts des Verrats von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen wurden heute in mehreren Bundesländern Versicherungen und Steuerbüros durchsucht.

HNA-Kommentar

Frank Thonicke über die MEG-Ermittlungen: Die Katze lässt das Mausen nicht

Beschuldigter ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mehmet Göker, Gründer und langjähriger Chef des mittlerweile insolventen Kasseler Versicherungsvermittlers MEG.

Göker wird bereits mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Er hält sich zurzeit in der Türkei auf. Der gewerbsmäßige Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen wird mit Gefängnis bis zu fünf Jahren bestraft.

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Die Polizei durchsuchte Versicherungsbüros in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hamburg und Thüringen. Darunter sollen nach HNA-Informationen auch Niederlassungen von Versicherungskonzernen sein. Beteiligt an der Aktion waren 34 Beamte. Was beschlagnahmt wurde, ist nicht bekannt.

Hintergrund ist der Verdacht, dass mit alten MEG-Kundendaten über Dritte neue Geschäfte gemacht wurden. Das sagte der Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, Götz Wied. Die alten Daten seien dazu benutzt worden, neue private Krankenversicherungen abzuschließen. Die Staatsanwaltschaft wirft Mehmet Göker schon seit Langem vor, dass er MEG-Geschäftsdaten beiseitegeschafft habe. Dabei soll ihm sein Vertrauter Vincent Ho geholfen haben, der deswegen in Untersuchungshaft sitzt.

Fotos: Mehmet E. Göker - einst mal schillernder Unternehmer

Mehmet E. Göker - einst schillernder Unternehmer

Mehmet Göker soll diese Daten – Adressen potenzieller Kunden – dazu benutzt haben, seine Geschäfte aus der Türkei heraus über Dritte in Deutschland fortzuführen. Göker kann die Türkei nicht verlassen, da es den internationalen Haftbefehl gegen ihn gibt.

Am Telefon bestritt Mehmet Göker die Vorwürfe.

Von Frank Thonicke

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