Gesamtkonferenz lehnt Wunsch der Schüler nach einen Vertretungsplan im Internet ab

Goethe-Gymnasium gegen Online-Plan

Erik Tuchtfeld

Kassel. Am Goethe-Gymnasium Kassel wird es keinen Online-Vertretungsplan geben. Die Einrichtung eines entsprechenden Stundenplans, der im Internet auch kurzfristig über ausfallende Schulstunden oder Vertretungen informiert, wurde jetzt von der Gesamtkonferenz mit 23 zu 21 Stimmen bei zwölf Enthaltungen abgelehnt.

„Ich bin sehr enttäuscht, denn neben der Sache an sich wurde meiner Meinung nach auch das demokratische Bestreben mehrerer Hundert Unterzeichner, aktiv ihren Willen zu äußern und sich zu beteiligen, missachtet“, sagt der stellvertretende Schulsprecher und Stadtschulsprecher Erik Tuchtfeld.

800 Stimmen

Im Vorfeld hatten 800 Schüler, Eltern und Lehrer des Goethe-Gymnasiums per E-Mail abgestimmt und sich für einen Online-Vertretungsplan ausgesprochen. Daraufhin stellte die Schülervertretung eine Petition bei der Schulleitung. Es würden viele Überlegungen angestellt, was das Goethe-Gymnasium attraktiver macht und welche Verbesserungen nötig sind, sagt Tuchtfeld. „Doch wenn Schüler sich einmal mit geballter Kraft versuchen einzumischen und einen Wunsch äußern, der auch kurzfristig umsetzbar ist“, werde dieser nicht ernst genommen. Die Argumente gegen den Online-Vertretungsplan seien schwer zu verstehen. Die Finanzierung - einmalig 350 Euro und danach jährlich 50 Euro für die Computer-Software - würden die Schüler zur Not selbst übernehmen, sagt Tuchtfeld. Auch gebe es genügend Möglichkeiten, um dem Datenschutz gerecht zu werden. So könne der Zugang zum Online-Plan durch ein Passwort geschützt werden. Es würden weder Namen, noch Kürzel der Lehrer angezeigt, sondern nur noch die Identifikationsnummer der Kurse. Lehrer befürchteten, dass schulfremde Personen Statistiken über Fehlzeiten anlegten. Das sei aber jetzt schon möglich. „Jeder, der es will, kann sich Zugang zu den öffentlich aushängenden Vertretungsplänen verschaffen.“

Für Tuchtfeld wiegt der Symbolcharakter der Ablehnung schwer. „Im Laufe der Petition wurden wir von Schülern immer wieder mit Aussagen konfrontiert wie: Als ob ihr an der Schule was bewegen könnt. Wir waren zuversichtlich, dass eine demokratische Schule sich gegenüber 800 Stimmen nicht verschließt.“ Das negative Ergebnis sei die Bestätigung für Pessimisten in Bezug auf Schülerbeteiligung. (chr)

Foto: Dilling

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