Geschäftsleute an der Goethestraße klagen über ständig neue Verkehrsführung

Goethestraße: Bauzäune schrecken ab

Hofft auf bessere Verkehrsführung: Carpe-Diem-Inhaberin Manuela Freudenstein-Weinreich.

Vorderer Westen. Seit fast vier Monaten sind die Goethe- und Germaniastraße im Vorderen Westen Baustelle. Bis zum nächsten Frühjahr werden dort Leitungen erneuert: Auftakt für den Umbau, der bis 2013 dauern wird.

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Die Freude über die Neugestaltung ist gedämpft. Die Geschäftsleute haben mit Problemen zu kämpfen. Viele klagen über die sich ständig ändernde Verkehrsführung und mangelnde Parkplätze, die Kunden fernhielten. Für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Auch Erni Wahlfeldt, die gestern einen Zahnarzt an der Goethestraße aufsuchen und in der Nähe parken wollte, hatte Probleme mit der Verkehrsführung. „Wie komme ich hier wieder raus?“, wollte sie wissen.

Sabine Fuchs vom Schwälmer Brotladen klagt über Einbußen. Viele Kunden, die sonst morgens vorbeigekommen seien, blieben weg. „Ich habe den Eindruck, die Baustelle kommt nicht voran“, sagt Bernd Trageser, Inhaber eines Tennis-Geschäfts. Eigentlich sollte die Einbahnstraßen-Regelung nur drei Wochen gelten, nun seien es schon vier Wochen.

Laut Uwe Bischoff vom Amt für Straßenverkehr und Tiefbau, liegt alles im Zeitplan. Ende November würden die Arbeiten in der Germaniastraße beendet, in der Goethestraße Anfang Dezember. Zwei Wochen vor Weihnachten werde es keine größeren Beeinträchtigungen mehr geben, verspricht Bischoff.

Silke Schmitz, die das Kosmetikinstitut „Zeit für Dich“ betreibt, ärgert sich über den Baucontainer genau vor ihrer Tür. Die Laufkundschaft habe abgenommen, die Stammkunden klagten über Parkplatzprobleme. „Jede Kundin beschwert sich“, sagt sie.

Salvatore La Rocca vom Restaurant Boccaccio spricht von 30 bis 35 Prozent weniger Umsatz. „Es ist schwierig für unsere Gäste“, sagt er. Knackpunkt seien die fehlenden Parkplätze. Dem Geschäftsführer bereitet auch die Dauer der Baustelle Sorgen. Hinzu komme, dass das Restaurant zurzeit kaum zu sehen sei. Es ist hinter einem grünen Netz verschwunden: Die Fassade des Gebäudes wird saniert.

„Das Problem ist, dass sich die Verkehrsführung so oft ändert“, sagt Manuela Freudenstein-Weinreich, Inhaberin des Geschäfts „Carpe Diem“. Das Verkehrsschild mit der Aufschrift „Querallee/Goethestraße gesperrt“ führe viele auch zu der falschen Annahme, die Goethestraße sei komplett gesperrt. „Es steigt keiner mehr durch“, sagt sie. „Die Bauzäune schrecken schon von Weitem ab.“

Weihnachtsgeschäft

Die Geschäftsleute hofften, dass die Querallee wenigstens im Dezember offen sei und das Weihnachtsgeschäft nicht beeinträchtigt werde, sagt die Inhaberin. Dass die Goethestraße umgestaltet und mehr Platz zum Flanieren geschaffen wird, sei grundsätzlich gut. „Wir freuen uns total darauf, wenn es fertig ist.“ Bis dahin wollen die Geschäftsleute unter anderem mit Aktionen und Schildern auf sich aufmerksam machen. Auch an ein Straßenfest ist gedacht.

Von Ellen Schwaab

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