Umbau der Goethestraße: Klagen wegen Verkehrssituation

+
Engpässe: Bauzäune und auf den stillgelegten Schienen geparkte Fahrzeuge in der Goethestraße erschweren Autofahrern und Fußgängern den Überblick.

Kassel. Fehlende Markierungen, Autos auf den stillgelegten Gleisen, Container und Bauzäune, die die Sicht versperren: Seit den Vorarbeiten im vergangenen Jahr für den geplanten Umbau ist es unübersichtlich in der Goethestraße.

Fußgänger und Autofahrer verlieren schon mal den Überblick. Nach Beobachtungen von Anrainern kracht es auch öfter. „Da müsste eine Tempo-30-Zone hin“, sagt Andreas Weick-Kappenstein. „So ist das eine absolute Verkehrsgefährdung.“ Der Autofahrer lebt im Vorderen Westen und kennt die Situation. Er plädiert für eine Geschwindigkeitsbegrenzung rund um die Kreuzung Querallee.

Weick-Kappenstein klagt auch über lückenhafte Zebrastreifen auf dem Überweg in Höhe Murhardstraße und parkende Autos in diesem Bereich, die einem die Sicht erschweren. Bei der Polizei wurden in den vergangenen Monaten nicht mehr Unfälle in der Goethestraße registriert. Pressesprecherin Sabine Knöll berichtet von zwei Unfällen mit Sachschäden, die angezeigt wurden. Da sie sich kurz hintereinander im März ereigneten, könne allerdings bei Anwohnern der Eindruck entstanden sein, es krache häufig. Möglicherweise seien auch nicht alle Unfälle angezeigt worden, sagt sie. „Es kommt vor, dass man sich bei leichten Sachschäden einigt.“

Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph (SPD) hat nach eigenen Angaben noch keine Klagen über die Verkehrssituation in der Goethestraße gehört. Er verweist auf den baldigen Start der Umbauarbeiten sowie die damit verbundenen Einschränkungen und Sperrungen. „Dann muss man ganz langsam fahren“, sagt er. Ähnlich äußert sich Heiko Lehmkuhl vom Amt für Straßenverkehr und Tiefbau.

„Es ist halt Baustelle“, sagt er. Diese bringe ein ständig wechselndes Verkehrsumfeld mit sich. Man könne auch nicht erwarten, dass alle Verkehrsmarkierungen in einer solchen Zeit in einem Top-Zustand seien. Allerdings werde sich die Verkehrsbehörde kurzfristig noch einmal ein Bild von der Goethestraße machen und auch klären, ob das Parken auf den stillgelegten Straßenbahngleisen zulässig ist. Seit Monaten stellen Anrainer dort ihre Fahrzeuge ab.

Umbau nach Ostern „Wir sehen keinen Bedarf, größere Dinge zu korrigieren“, sagt Lehmkuhl. „Verkehrssicher ist es.“ Nach seinen Angaben werden die Umbauarbeiten in der Goethestraße am 10. April wieder aufgenommen. Die rechtlichen Probleme wegen der Auftragsvergabe seien überwunden, sodass der Umbau von Goethe- und Germaniastraße beginnen könne. (els)

Sorgen um Parkplätze

"Es kracht oft“, sagt Anja Kroh, Inhaberin des „Casseler Kinderzimmer“. Dies hätten Nachbarn berichtet. Sorgen macht der Geschäftsfrau vor allem der Parkplatzmangel in der Goethestraße. Wenn der Umbau beginnt, werde sich die Situation weiter verschärfen. „Für Zulieferer ist es schon jetzt eine Katastrophe“, sagt sie.

Ähnlich äußert sich Manuela Freudenstein-Weinreich (Carpe Diem). „Es ist morgens schon alles voll“, sagt sie. Dabei sei auf den stillgelegten Gleisen zusätzlicher Parkraum entstanden. „Ich frage mich, wie es hinterher gehen soll.“ Dennoch ist die Geschäftsfrau froh, dass der Umbau bald beginnt. „Wir müssen da jetzt durch“, sagt sie. „Hinterher wird es schön, und darauf freuen wir uns.“ Dass ausgerechnet im documenta-Jahr gebaut wird, sei ein Wermutstropfen. Die Verkehrsführung müsse während des Umbaus eindeutig sein. Ständige Wechsel verwirrten die Kunden.

An der Einmündung Murhardstraße ist die Lage offenbar entspannter. „Noch ist alles relativ überschaubar“, sagt Bernd Trageser (Tragesers Tennisladen). „Wenn der Umbau startet, dann wird’s schwierig.“ Die Geschäftsleute an der Goethestraße beobachten die Situation sehr genau. Sie freuen sich auf die Umgestaltung, sehen der Umbauzeit aber auch mit Sorge entgegen. Gemeinsam mit dem Stadtbüro an der Friedrich-Ebert-Straße haben sie unter dem Titel „Wir im Quartier auf dem Weg zur Promenade“ ein Faltblatt herausgebracht, das Geschäfte und Einrichtungen an Goethestraße, Querallee, Germaniastraße und Murhardstraße auflistet.

Es soll Kunden die Vielfalt vor Augen führen und den Weg erleichtern. „Klar, wenn gebaut wird, gibt’s Einschränkungen“, sagt Starclub-Betreiber Götz Ohlendorf. „Das ist auch nicht wegzudiskutieren.“ Die Gäste, die abends ins Varieté kommen, hätten sich bislang nicht beschwert. Abends sei die Situation entspannter als tagsüber. Grundsätzlich sei der Umbau gut, sagt Ohlendorf. Bedenken habe er aber wegen der langen Bauzeit. (els)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.