Kameraautos fahren durch Nordhessen

Google fotografiert wieder: Fahrzeuge machen neue Aufnahmen, um Karten zu verbessern

Die Kamera fährt mit: Ein ähnliches Fahrzeug von Google ist auch jetzt für das Angebot Street View in Kassel unterwegs.
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Die Kamera fährt mit: Ein ähnliches Fahrzeug von Google ist auch jetzt für das Angebot Street View in Kassel unterwegs.

Kassel – In Kassel waren zuletzt immer wieder Fahrzeuge von Google zu sehen, die durch die Straßen gefahren sind und Aufnahmen gemacht haben. Der Grund ist allerdings nicht, dass Bilder für den in Deutschland aufgrund seiner datenschutzrechtlichen Bedingungen umstrittenen Dienst Google Street View gemacht werden.

Warum werden die Aufnahmen in der Region gemacht?

Die Fahrten in Kassel dienen lediglich der Verbesserung der Karten von Google Maps, heißt es vom Unternehmen auf Anfrage. Um eine problemlose Nutzung des Kartenmaterials zu ermöglichen, müssten die richtigen Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte verwendet werden. Dafür sind aktuelle Aufnahmen notwendig.

Was genau ist Google Street View?

Google Street View ist ein Online-Dienst, der 360-Grad-Ansichten aus der Straßenperspektive darstellt. 2010 wurden zum ersten Mal in Deutschland Straßenzüge in Street View online gestellt. Das waren zuerst bekannte Objekte wie das Kanzleramt und die Siegessäule in Berlin oder Fußballstadien. Wenig später gingen die 20 nach Einwohnerzahl größten Städte in Deutschland online. 2011 gab Google bekannt, den Dienst in Deutschland vorerst nicht weiter zu aktualisieren. Das führt dazu, dass teilweise sehr alte Aufnahmen von den Orten zu sehen sind.

Wo sind die Fahrzeuge genau unterwegs?

Die Streetview-Fahrzeuge von Google sind noch bis Oktober auch in Nordhessen unterwegs. Neben Stadt und Kreis Kassel auch in Hersfeld-Rotenburg, im Schwalm-Eder-Kreis, im Werra-Meißner-Kreis und in Waldeck-Frankenberg. Auf der Website von Google heißt es, dass es sich um dieselben Autos handele, die auch in der Vergangenheit für die Aufnahmen genutzt worden seien. Bei den kommenden Fahrten diene das Bildmaterial aber eben nur zur Verbesserung. Es gäbe keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.

Wie genau laufen die Aufnahmen ab?

Zuerst werden die Orte während der Fahrt abfotografiert. Wann und wo die Fahrzeuge unterwegs sind, hängt beispielsweise vom Wetter und der Bevölkerungsdichte ab. An dem Auto sind Sensoren angebracht, die den GPS-Standort, die Geschwindigkeit und die Fahrtrichtung messen. Die Signale werden miteinander in Beziehung gesetzt, um so jedem Bild den richtigen geografischen Standort auf der Karte zuzuweisen. Dadurch können die Route des Autos besser rekonstruiert und die Bilder nach Bedarf gekippt werden.

Wie entstehen die 360-Grad-Bilder?

Die Bilder werden von Kameras, die nebeneinanderliegen, aufgenommen und überschneiden sich. Sie werden zu einer einzigen 360 Grad-Aufnahme zusammengefügt. So wird vermieden, dass Lücken entstehen. Durch die Anwendung von speziellen Algorithmen zur Bildverarbeitung werden die Übergänge so bearbeitet, dass sie kaum noch zu erkennen sind.

Wie werden die Entfernungen gemessen?

Anhand der Geschwindigkeit, mit der die drei Laser des Autos von Oberflächen reflektiert werden, wird ermittelt, wie weit ein Gebäude entfernt ist. Diese Daten ermöglichen es, daraus 3D-Modelle anzufertigen. (Kathrin Meyer)

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