Tausende im Gospelfieber

Bilanz zum Gospelkirchentag: Drei Tage lang Musik, Tanz und Halleluja

Kassel. Sonnige Stimmung herrschte trotz einiger heftiger Regengüsse am Wochenende in der Kasseler Innenstadt. Zum 7. Internationalen Gospelkirchentag waren Tausende nach Kassel gekommen. Gut gelaunt und meistens lächelnd traf man sie allerorten an. Mit etwas Anheizen ging sogar noch etwas mehr.

„Jetzt will ich aber Jubel hören, bewegt euch!“, rief Peter Hamburger, Kantor für Popularmusik aus Kassel und Leiter des Landesgospelchors „Get Up!“ von der Bühne auf dem Opernplatz herunter. Das musste er nicht zweimal sagen. Kaum legten seine 23 mitreißenden Sänger los, da tanzte, schnippte und klatschte das Publikum auch schon um die Wette.

6000 Teilnehmer aus Deutschland und 15 weiteren Ländern hatten sich zum Gospelkirchentag angemeldet. Mehrere zehntausend Menschen wurden nach Schätzungen der Stiftung Creative Kirche, die das Festival organisiert hatte, bei der großen Zahl von Veranstaltungen in Kassel erreicht. Einer der Höhepunkte war am Sonntag die Uraufführung des Musicals „Amazing Grace“.

Stiftungsvorsitzender Martin Bartelworth moderierte am Samstagmittag auf dem Königsplatz das Mitsing-Konzert, an dem sich an die tausend Menschen vor Ort beteiligten. „Man sagt ja, Musik sei die beste Medizin. Dann muss das wohl hier die weltgrößte Apotheke sein“, scherzte er. Nach einem Countdown wurde - zeitgleich mit Tausenden weiteren Gospelfreunden – unter anderem in der Rothenbachhalle – der wohl bekannteste Gospelsong „Amazing Grace“, der auch dem Musical seinen Titel gab, gesungen.

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Auf der Königsplatzbühne standen neben den Sängern des „Stavanger Gospel Choirs“ aus Norwegen auch Uwe Trampe, Sonja Stühmeier und Christhild Sundermeyer vom Chor „Joy of voices“ aus Löhne. „Das war sehr bewegend, mit so vielen Menschen zu singen“, sagte Trampe: „Ein super Gefühl.“ „Leidenschaftlich und auf unverwechselbare Weise schafft es die Gospelmusik, dem christlichen Glauben Ausdruck zu verleihen.“ So formulierte es Bischof Dr. Martin Hein im Grußwort zum Gospelkirchentag. In Kassel konnte man sich davon auf berührende Weise überzeugen.

Die lange Gospelnacht

Für Kassel hatten sich 6000 Teilnehmer zum Gospelkirchentag angemeldet, tausend mehr als noch vor zwei Jahren beim Festival in Dortmund. Insgesamt haben 45 000 Besucher während der drei zurückliegenden Tage die vielen Konzerte, Workshops, Gottesdienste, die ökumenische Gospelnacht und andere Veranstaltungen in der Stadt besucht. Von dieser Zahl geht Pfarrer Dieter Dersch aus, der in der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen Waldeck für Großprojekte und Sonderveranstaltungen und damit für das Gospelfestival verantwortlich ist. Er resümiert: „Das musikalische Glaubensfest erfreut sich allergrößter Beliebtheit.“ Das könne auch als Bilanz aus Kassel mitgenommen werden.

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Allein aus dem Gebiet der Landeskirche nahmen 25 Chöre teil, acht davon traten auf der großen Hessenbühne auf dem Opernplatz auf. 350 Ehrenamtliche der Stiftung Creative Kirche waren am Gelingen beteiligt. Hinzu kommen nahezu noch einmal so viele Ehrenamtliche aus Kassel. Dersch: „Kassel war ein toller Gastgeber. Danke!“ Der nächste Gospelkirchentag findet in zwei Jahren in Braunschweig statt.

Von Christina Hein

Fotos von der Amazing-Grace-Premiere

Amazing-Grace-Premiere beim Gospelkirchentag

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