Gottschalk-Gebäude wird für 5,3 Mio. Euro für Uni saniert

Fast alles muss raus: Die Dachkonstruktion und die Decken des Torhauses B werden erneuert. Andreas Schmidtke-Schabarum vom Hessischen Baumanagement machte vor Beginn der Bauarbeiten einen Rundgang mit der HNA durch das 1930 erbaute Gottschalk-Torhaus.

Kassel. Seit vielen Jahren liegt das Torhaus B an der Gottschalkstraße brach. Jetzt wird das ehemalige Gebäude der Tuchfabrik Gottschalk für die Uni Kassel hergerichtet.

Für Sanierung und Umbau sind 5,3 Millionen Euro veranschlagt. In dem denkmalgeschützten Backsteinbau sollen 2017 vier Architektur-Fachgebiete der Hochschule einziehen.

Das sogenannte Torhaus B, das zusammen mit dem gegenüberliegenden Torhaus A den Eingang zum Firmengelände der Zelt- und Tuchfabrik Gottschalk bildete, wurde 1930 gebaut. Es wurde als Näherei sowie als Pack- und Versandhalle genutzt.

Die mächtigen Stützpfeiler im Keller und Holzbalken in den Obergeschossen zeugen noch davon, dass der Bau darauf ausgerichtet war, große Lasten zu tragen, wie Andreas Schmidtke-Schabarum erklärt. Er ist beim Hessischen Baumanagement (hbm) Projektleiter für den Umbau. Im Lauf der Jahre hat die Bausubstanz jedoch gelitten, viele Balken auch im Dachstuhl sind morsch geworden. Dachkonstruktion und Zwischendecken (mit Ausnahme der Kellerdecke) werden deshalb herausgerissen. Nur die äußere Hülle des Gebäudes bleibt stehen.

Ein Stück Kasseler Industriegeschichte: Das Torhaus B an der Gottschalkstraße wurde von der früheren Zelt- und Tuchfabrik erbaut und steht inzwischen seit über 15 Jahren leer. Fotos: Schachtschneider

In den nächsten Wochen soll ein Stützgerüst aufgebaut werden, das die Außenwände während der Demontage im Inneren stabilisiert. Die Dachkonstruktion - ein sogenanntes Holzpfettendach - soll nach dem historischen Vorbild wiederaufgebaut werden. Die alten Holzbalkendecken werden durch neue aus Stahlbeton ersetzt. Entfernt wird auch der alte Lastenaufzug im rückwärtigen Gebäudeteil. Stattdessen wird ein Personenaufzug im Bereich des Treppenhauses eingebaut.

Zudem wird das Gebäude von innen gedämmt, um die Energiesparvorschriften einzuhalten. Die komplette Gebäudetechnik von Heizung über Strom und Wasser bis hin zur IT-Verkabelung wird neu gemacht. In einem Technikraum im Keller ist bereits der zentrale Fernwärmeverteiler auch für die umliegenden Gebäude auf dem Campus-Nord eingebaut worden. In den Obergeschossen wird es statt der großflächigen Industrieräume künftig kleinteiliger: Pro Etage entstehen mehrere Büros oder Arbeitsräume. Professoren und Mitarbeiter von vier Fachgebieten der Architektur werden einziehen, in sechs Räumen mit insgesamt 88 Plätzen können Bachelor- und Masterstudenten künftig an Entwürfen arbeiten. In dem kastenförmigen Anbau im Erdgeschoss wird ein Atelier eingerichtet. Bis zum Frühsommer 2017 soll alles fertig sein.

Bevor die Bauarbeiten richtig starten können, muss heute allerdings ein Fachbetrieb den Taubenkot und Tierkadaver aus dem Dachgeschoss entfernen. Während des Leerstands hatten sich offensichtlich einige Vögel in dem alten Gebäude eingenistet.

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