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Nach E-Bike-Diebstahl in Kassel: GPS-Tracker führt zu Tätern in Ungarn

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Der Tatort: An einem dieser Fahrradständer auf dem Karlsplatz hatte Lars Burgmann am 30. Dezember sein Rad angeschlossen. Die Diebe knackten das Schloss und brachten das E-Bike samt GPS-Tracker nach Ungarn.
Der Tatort: An einem dieser Fahrradständer auf dem Karlsplatz hatte Lars Burgmann am 30. Dezember sein Rad angeschlossen. Die Diebe knackten das Schloss und brachten das E-Bike samt GPS-Tracker nach Ungarn. © Ulrike Pflüger-Scherb

Weil Lars Burgmann aus Kassel sein E-Bike mit einen GPS-Tracker versehen hatte, konnte es nach dem Diebstahl von der Polizei in Ungarn sichergestellt werden.

Kassel – „Diese 25 Euro haben sich gelohnt“, sagt Lars Burgmann. Der 56-jährige Mann aus Kassel spricht über die Summe, die der GPS-Tracker für sein E-Bike gekostet hat. Das Rad war Burgmann am 30. Dezember vergangenen Jahres am Karlsplatz gestohlen worden. Aufgrund des GPS-Trackers konnte das Rad kürzlich in Ungarn am Grenzübergang zu Rumänien sichergestellt werden.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz konnte die Polizei in Ungarn nach der Mitteilung ihrer Kasseler Kollegen einen Transporter am Grenzübergang zu Rumänien aus dem Verkehr ziehen. Darin hätten sich insgesamt 18 Fahrräder, teils hochwertige Pedelecs, befunden. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass es sich größtenteils um in Deutschland gestohlene Räder handelt, darunter das Pedelec von Lars Burgmann sowie mindestens zwei weitere Räder aus Kassel.

Burgmann erzählt, dass er am 30. Dezember gegen 15 Uhr sein Rad an einem Fahrradbügel am Karlsplatz (zwischen Kino und Karlskirche) angeschlossen hatte. Als er gegen 19 Uhr mit seinem Rad wegfahren wollte, sei das Faltschloss geknackt und das Pedelec des Hersteller Bergamont im Wert von rund 3000 Euro verschwunden gewesen.

Burgmann schaute umgehend auf seinem Handy nach und nahm Kontakt mit der Polizei auf. Das erste Signal von dem GPS-Tracker sei vom Steinweg in Kassel gekommen. Eineinhalb Stunden später konnte er ablesen, dass sein E-Bike mittlerweile in Göttingen angekommen ist. Das Signal sei aus dem Bereich eines großen Wohnblocks gekommen, der einschlägig bekannt sei, habe er von der Polizei erfahren, so Burgmann. Allerdings habe die Göttinger Polizei den genauen Standort nicht lokalisieren können. Es sei auch nicht möglich gewesen, alle Kellerräume und Wohnungen in dem Wohnblock zu durchsuchen.

Einige Tage später konnte er auf seinem Handy ablesen, dass sein Rad wieder in Bewegung ist. Von Süddeutschland sei es über Österreich nach Ungarn gebracht worden. Lars Burgmann hatte zuvor mit den Ermittlern der AG Fahrrad bei der Kasseler Polizei vereinbart, dass er sich umgehend meldet, wenn sein Rad wieder in Bewegung ist. Gesagt, getan. Burgmann betont in diesem Zusammenhang, wie gut die Zusammenarbeit mit der Kasseler Polizei gelaufen sei. Am 5. Januar nahmen die Beamten der AG Fahrrad Kontakt zur ungarischen Polizei auf, bestätigt der Polizeisprecher. Den Transporter habe die ungarische Polizei schließlich noch in den Abendstunden desselben Tages an dem Grenzübergang zu Rumänien gestoppt und die Fahrräder sichergestellt.

Bislang sei nur noch unklar, wie sein Fahrrad nach Deutschland zurückkomme, sagt Burgmann. Er hofft, dass sein E-Bike den Diebstahl und den Transport nach Ungarn ohne Schaden überstanden hat. Wenn nicht, könne er den Folgeschaden des Diebstahls ja der Versicherung melden.

Aber erst mal ist der 56-Jährige froh, dass sein GPS-Tracker den Dieben einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Er habe sich eigentlich schon darauf eingestellt gehabt, dass er sich ein neues E-Bike kaufen müsse. Zum Glück sei das jetzt nicht mehr erforderlich. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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