Angeklagter erschien erneut nicht zur Verhandlung im Kasseler Amtsgericht

Grabdieb schwänzt Prozess: Haftbefehl

Kassel. Bereits zum dritten Mal ist gestern der Prozess gegen einen Grabdieb vor dem Amtsgericht geplatzt. Der 38-Jährige aus Frankfurt soll Vasen, Leuchten und einen kupfernen Blumenkessel von Gräbern auf dem Kasseler Hauptfriedhof entwendet haben. Die Staatsanwaltschaft legt ihm gewerbsmäßigen Diebstahl und Störung der Totenruhe zur Last.

Als der Prozess im März erstmals starten sollte, hatte der Angeklagte geschwänzt. Beim zweiten Versuch im Juni erschien er zwar, aber dafür fehlten Zeugen. Diesmal war es eine Kombination von beidem, was die Verhandlung nach wenigen Minuten enden ließ: Zwei Zeugen weilten im Urlaub. Und auch der Angeklagte ließ sich entschuldigen: „Er hat keinen Zug bekommen, mit dem er rechtzeitig in Kassel gewesen wäre“, sagte Verteidiger Peter Gros.

Richter Stefan Arenz reichte das als Entschuldigung nicht aus: „Das Gericht darf sich nicht an der Nase herumführen lassen“, befand er und erließ Haftbefehl – noch einmal soll der Prozess nicht scheitern. Der drogenabhängige und einschlägig polizeibekannte Angeklagte war im Juli 2010 erwischt worden, wie er zusammen mit einem Kumpel 40 Kilogramm Grabschmuck bei einem Schrotthändler in Vellmar verkaufen wollte. Damals hatte er behauptet, die Gegenstände auf einem Flohmarkt erworben zu haben.

Sollten sich jedoch die Anklagevorwürfe bewahrheiten, droht ihm angesichts seines Vorstrafenregisters der Gang ins Gefängnis. Es sei mit mindestens zwölf Monaten Freiheitsstrafe zu rechnen, sagte Richter Arenz. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. (jft)

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